Wohin geht die Steelers-Reise nach dem Sieg gegen Miami?

Wohin geht die Steelers-Reise nach dem Sieg gegen Miami?
Copyright Brook-Ward

Pittsburgh gelang mit dem 27:14 zuhause gegen Miami der zweite Sieg in Serie. Damit verbesserte man den Record auf 3-4 und hievte sich auf Platz 2 in der AFC North. Die Frage nun ist, wohin die Reise geht in dieser Saison: Positioniert man sich – gegen dann auch stärkere Gegner als die Dolphins – als Playoff-Contender? Oder bleibt man unter .500 stecken?

Die Steelers erwischten gegen Miami einen gebrauchten Start und lagen im ersten Viertel 0:14 hinten. Zunächst führte ein schwacher Wurf von QB Mason Rudolph zu einer leichten Interception für CB Xavien Howard. Die Fins rund um Veteran-Quarterback Ryan Fitzpatrick nutzten dieses Turnover und auch den nächsten Drive ihrer Offense jeweils zu Touchdowns. Vor allem beim zweiten Score haperte es beim Tackling der Defense erheblich (Barron, Bush).

Stotterstart bei Rudolph-Rückkehr

Mason Rudolph erinnerte mich frappant an Ben Roehtlisberger, der auch oft nach ein, zwei wegen Verletzung versäumten Spielen zurückkam und im Comeback-Spiel nicht taufrisch wirkte. Rudolph brauchte eine knappe Spielhälfte, um sich die schwierigen Würfe zuzutrauen und seine Genauigkeit wiederzufinden – mit der Folge des Spiels kam er über seinen shaky Start hinweg und performte solide.

Den Spin hin zur Wende lieferte eine Interception von Ryan Fitzpatrick vor der Pause, die Minkah Fitzpatrick (der später noch eine weitere verzeichnen sollte) herunterpflückte. Die Dolphins stellten die Steelers im letzten Offense-Drive vor der Pause 3rd and 20 – es roch nach Field Goal und 6:14 als Pausenstand. Ein All-Out-Blitz und Blown Coverage erlaubten WR Diontae Johnson aber genau da einen nicht für möglich gehaltenen 45-Yard-Touchdown nach kurzem Rudolph-Pass, der das Momentum des Spiels auf die Seite der Steelers ziehen sollte.

Miami bricht nach der Pause weg

Ryan Fitzpatrick konnte nicht mehr an seine Nummern von vor der Pause anschließen, die fehlende Qualität in den Reihen der Dolphins zeigte sich dann doch mehr und mehr. Zwar hatten die Dolphins bis auf die Garbage Time den Pass Rush der Steelers recht gut im Griff – vier Turnover der Gäste ließen aber jede Comeback-Chance dahinschwinden. Dem Zuschauer wurde im Lauf des dritten Viertels bewusst, dass der Steelers-Sieg ungefährdet sein würde.

Beeindruckend schön war der Touchdown, der die 17:14-Führung mit sich brachte. Rudolph warf eine Art 50-50-Pass, um seinem Receiver die Chance auf einen Catch zu geben. Der nicht ideal geratende Pass schien eher Beute des Corners zu werden, als WR JuJu Smith-Schuster frech vor ihm zugriff, sich den Football angelte und scorte.

Solider Win, aber weitere Steigerung erwünscht

Ein 4th-Down-Stop Ende des dritten Viertels, als QB Fitzpatrick um Inches zu wenig weit gerusht war, brachte Dolphins-Coach Flores auf die Palme und bescherte den Steelers abermals Ballbesitz. Nur unwesentlich später sollte RB James Conner auf beeindruckende Weise aus neun Yards in die Endzone laufen und einen Sicherheits-Score für die Steelers verzeichnen. Conner verletzte sich leider gegen Ende des Spiels an der Schulter und könnte für die nächsten Spiele (gegen die Colts recht sicher) ausfallen.

Zwei recoverte Fumble – von Steven Nelson nach Mike-Hilton-Tackling und von TJ Watt per Strip Sack – machten endgültig einen Strich unter diese Partie. Die Steelers bezwangen einen Gegner, den sie schlagen mussten, letztlich souverän. Um die Big Guns herauszufordern und so man um die Playoffs mitkämpfen möchte, werden aber weitere Leistungssteigerungen zwingend erforderlich sein.


Steeler of the Week

JuJu Smith-Schuster

In dieser Sparte könnte man gut und gerne auch James Conner, der für weit über 100 Yards rushte, oder Minkah Fitzpatrick (zwei Turnover) anführen. Aus einem bestimmten Grund fiel die Wahl aber auf Smith-Schuster:

Der Pro-Bowl-Wideout von 2018 verzeichnete das erste 100-Yard-Receiving-Game eines Steelers-Pass-Catchers in der laufenden Saison.

Smith-Schuster kam auf 103 gefangene Yards und einen (wie schon oben beschrieben) gefinkelten und bemerkenswerten Receiving-Touchdown.

Die Umstände für den 22-Jährigen haben sich 2019 sicher nicht zum Einfacheren gewandelt: Er spielt ohne Star-Passer Ben Roethlisberger und auf der anderen Seite agiert nicht mehr Antonio Brown, der Coverage abzieht. Dennoch: Leistungen wie gegen die Dolphins müssen Auftrieb geben – auch wenn es “nur Miami war”.


Wo die Steelers diese Woche ansetzen müssen:

  • Die Steelers könnten (reine Mutmaßung) näher dran sein, auf der Return-Man-Position was zu machen, als manche vielleicht glauben. WR Ryan Switzer wollen als aktuellem Return-Man nämlich einfach keine allzu positiven Plays gelingen. Switzer war gegen die Dolphins kurz angeschlagen, kam aber zurück ins Spiel. Dominante Option auf Returner ist er für mich aktuell keine. Und auch aus der Offense wurde Switzer fast gänzlich herausrotiert und verlor fast alle seine Snaps (die er 2018 noch regelmäßig bekam) an Diontae Johnson, Johnny Holton oder James Washington.

  • Pittsburgh kassierte gegen die Fins – und damit gegen einen alles andere als megagefährlichen Pass Rush – viel zu viele Holding- und False-Start-Strafen. Die vielgelobte Offensive Line hat in diesem Jahr noch nicht vollends zu ihrem Spiel gefunden. Auch Leader/Veterans wie Guard David DeCastro oder Center Maurkice Pouncey verursachen immer wieder Strafen. Gerade wenn man noch nicht zu seinem Top-Game gefunden hat, sollten die O-Liner billige Strafen jedenfalls vermeiden.

  • Was ich nicht recht verstehe – und das ist Mason Rudolph gegen Miami auch einmal passiert – ist, warum Quarterbacks, die scrambeln und schon klar außerhalb der Pocket sind, den Ball nicht öfter wegwerfen vor dem Aus-dem-Feld-Laufen, um so Raumverlust zu vermeiden. Ich kann’s mir nur so erklären, dass es der Dynamik des Spiels geschuldet ist, dass man das manchmal vergisst oder sich denkt: “Ach, vielleicht komme ich am Defender doch noch vorbei und hole Yards heraus.”

  • Und: First-Round-Rookie-Linebacker Devin Bush ist für die Steelers definitiv eine tolle und willkommene Ergänzung, schaut man sich an, wie produktiv er bisweilen war. Allerdings komme ich nicht umhin festzustellen, dass Bush manchmal durchwachsene Phasen in seinem Spiel dabei hat, dann wenig dominant agiert und auch Fehler macht. Wer will es dem Rookie auch verdenken? Fakt ist, Bush kann ein elektrisierender Spieler sein. Er muss es aber abstellen, sich mit Missed Tackles so einfach abkochen zu lassen wie beim zweiten Touchdown Miamis zum zwischenzeitlichen 0:14.

photo credit: Brook-Ward <a href=”http://www.flickr.com/photos/57915000@N02/36039816590″>Ajayi</a> via <a href=”http://photopin.com”>photopin</a> <a href=”https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/”>(license)</a>

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