Wildcard-Weekend: meine Tipps für den Playoff-Auftakt

Wildcard-Weekend: meine Tipps für den Playoff-Auftakt
Copyright Tim Mielke

It’s Playoff-Time. Dies ist ein Steelers-Blog und es schmerzt, dass Pittsburgh die zweite Season in Serie nicht Teil der entscheidenden Phase in Pro Football ist. Dennoch ist es natürlich auch für mich spannend, den Weg der 12 Verbliebenen Richtung Super Bowl zu verfolgen.

Hier meine Tipps für die anstehende Wildcard-Round:

Buffalo Bills @ Houston Texans

Die Houston Texans als Gewinner der AFC South und Seed 4 hosten die Bills, die sich die erste Wildcard der AFC erspielt haben. Houston hat sich eine 10-6-Bilanz erarbeitet, war aber dennoch nicht greifbar für mich diese Season. Möglicherweise habe ich zu wenig Texans-Football gesehen, aber überzeugt haben mich die Texaner selten im Jahr 2019.

In Erinnerung geblieben ist mir vor allem die heftige Demontage in Baltimore (7:41), als ich dachte: “Nein, die reißen doch dieses Mal auch wieder nichts”. Ich mag beide Franchises und würde mir vor allem wünschen, dass der, der weitergeht, die Big Boys der AFC herausfordern kann – also dass es keinen Blowout-Win von Baltimore oder den Chiefs in der nächsten Runde gibt, sondern Spannung.

Von den Bills habe ich einige Spiele gesehen in dieser Season – und es waren doch beeindruckende Leistungen dabei. So sehr die Offense manchmal gehemmt daherkam, so klar hatte man dennoch den Eindruck, dass dieses Team gut gecoacht ist (Head Coach Sean McDermott ist für mich ein Coach oft he Year Kandidat) und dass Buffalo schwer zu schlagen ist, wenn die Defense in eine Position gebracht wird, die Spiele zu entscheiden. Das Spiel in Pittsburgh, eine Schnittpartie in der AFC war etwa so ein Game: Lange ausgeglichener Score, Buffalo geht in einem Lowscorer spät in Front und die Verteidigung erzwingt dann entscheidende Turnover für den Sieg.

Houston bekommt Defensive End und Superstar JJ Watt von der Injured-Reserve-List zurück. Ich glaube aber nicht, dass Watt einen großen Impact auf das Game haben wird, weil er nach seiner Brustmuskel-Verletzung nur gewisse Snaps spielen wird und weil die Matchpraxis fehlt. Die Offense der Bills ist hingegen in den November und Dezember hinein (vor allem beim Thanksgiving-Sieg in Dallas) besser und stabiler geworden, so dass ich von QB Josh Allen eine reife Leistung erwarte.

Texans 13, Bills 20

 

Tennessee Titans @ New England Patriots

New England hat als AFC-East-Champ in Week 17 fahrlässig eine First Round Bye gegen die Dolphins hergeschenkt, Tennessee hat in Woche 17 mit einem Sieg in Houston die zweite Wildcard der Conference dingfest gemacht.

In diesem Game bin ich mir sehr sicher, wer gewinnen wird. Ich muss mich nämlich sehr konzentrieren (sollte ich überhaupt draufgekommen), um zu reflektieren, wann die Patriots zuletzt zwei schwache/peinliche Leistungen aneinandergereiht haben. So etwas kommt unter Head Coach Bill Belichick faktisch nicht vor. Und auch wegen dieser Fähigkeit, Krisen abzuschütteln und sich in der Folgewoche wieder stark aufzustellen, hat er seine Championship-Teams geformt.

Quarterback Tom Brady ist eine Legende, das braucht man mit keinem zu diskutieren. Brady hat auf mich aber in Laufe der Season den Eindruck gemacht, als würden seine Skills final abbauen. Ich vermag nicht zu prognostizieren, ob er in den Playoffs wird wieder einen Gang höher schalten können. New England hat ohnehin die ganze Season über eher über seine starke Defense gegameplanned und musste sich kaum einem Shoutout stellen. Wenn sich ein solches abzeichnete, hat man verloren (Ravens, Chiefs), weil man das Scoring der Gegner nicht mitgehen konnte.

Gegen die Titans sehe ich jedenfalls kein Offensiv-Feuerwerk auf die Zuseher zukommen, weil die Pats diesen Gegner zuhause im Griff haben werden. Titans-Coach Mike Vrabel ist Respekt auszusprechen dafür, wie er sein unkonstantes Team mit dem QB-Switch von Marcus Mariota auf den wiedererstarkten Ex-Dolphin Ryan Tannehill auf Kurs brachte. Dennoch – und auch weil die Verteidigung der Titans keine sonderlich gute ist – gehe ich davon aus, dass die Patriots NFL-Rushing-Leader RB Derrick Henry aus dem Spiel nehmen werden und sich dann nicht von Tannehill schlagen lassen.

Patriots 34, Titans 14

 

Minnesota Vikings @ New Orleans Saints

In den letzten Wochen bin ich einige Male beim Gedanken (und weil ich sie mag auch der Hoffnung) hängengeblieben, dass die Saints bereit für Großes sind. New Orleans ist in der extrem starken NFC in der seltsamen Position, trotz 13-3-Records keine Bye Week zu genießen. Ich wähne das Team um Passgeber Drew Brees aber mehr als ready für Playoffs-Football, so wie es zuletzt spielte.

Brees hat mit Sean Payton einen Coach und Seelenverwandten an der Linie, bei dem es genau wie beim Quarterback selbst überfällig ist, dass der zweite Super-Bowl-Ring nach 2010 gewonnen wird. Obwohl das Laufspiel schon mal dominanter war in New Orleans, ist gerade das Passspiel mit so viel Finesse und Schlagkraft ausgestattet, dass die Saints jeden Gegner besiegen können. Brees verbindet eine besondere Chemie mit Wideout Michael Thomas, der in dieser Season einen neuen Rekord für gefangene Pässe in einer Spielzeit markierte und auch gegen die Vikings seinen Anteil an Catches bekommen wird.

Minnesota war lange ein NFC-Team, vor dem ich gewarnt habe und meinte, man solle es nicht unterschätzen. In der zweiten Hälfte der Regular Season haben aber Verletzungen die Dynamik des Teams gebremst: RB Dalvin Cook geht angeschlagen in die Partie, ist aber der wohl wichtigste Mann für die Gefährlichkeit der Offense. Pro-Bowl-Receiver Adam Thielen verpasste eine ganze Reihe an Games aufgrund einer hartnäckigen Blessur und ist sicher noch nicht im gewohnten Spielrhythmus. Und nicht zuletzt haben die Vikings mit Kirk Cousins zwar einen legitimen Franchise-QB under Center – Cousins hat sich jedoch den Ruf erarbeitet, gerade in den Prime-Time-Games seine schlechteren Leistungen abzurufen und nicht der Mann für große Siege zu sein.

Fände das Spiel in Minneapolis statt, auch bei der Konstellation wären die Vikings für mich nur Außenseiter. In New Orleans sind die Hausherren klarer Favorit – und gerade das epische Ende des Playoff-Spiels der beiden Teams von vor zwei Jahren (2018), als die Saints einen sichergeglaubten Sieg beim “Minneapolis Miracle” an die Vikings abgaben, sollte Zusatzmotivation bringen.

Saints 38, Vikings 20

 

Seattle Seahawks @ Philadelphia Eagles

Das letzte Spiel des Wildcard-Weekends könnte in meinen Augen das knappste der vier werden und ist für mich am schwersten zu tippen. Die Eagles haben mit einer späten Siegesserie gerade noch Dallas in einer schwachen NFC East ausgebootet und die Division gewonnen. Seattle hatte bis Week 17 die Chance auf ein Playoff-Heimspiel oder sogar eine Bye Week und muss nun doch sofort auswärts ran. Keine einfache Situation.

Wenn ich so die Stärken und Schwächen der Teams abwäge, komme ich in der Conclusio oft zum Schluss, dass eine Pattsituation vorliegt. Seattle hat den klar besseren Quarterback in Russell Wilson, von Eagles-QB Carson Wentz hätte ich mir mehr erwartet diese Spielzeit. Dafür aber spielen die Eagles vor ihren Fans, was in Philly immer ein Vorteil ist und schicken die bessere Defense aufs Feld.

Die Seahawks haben mit einem echten Splash Move kurz vor den Playoffs Running Back und Franchise-Ikone Marshawn Lynch ein weiteres Mal unter Vertrag genommen, der gegen die 49ers sofort scorte. Bei den Eagles war 2019-Second-Round-Running-Back Miles Sanders zuletzt angeschlagen. Man fand im unbekannten Boston Scott aber glänzenden Ersatz: Scott scorte bei den Giants drei Touchdowns und war enorm wichtig für den entscheidenden Sieg zum Abschluss des Grunddurchgangs.

Für eine Prognose in diesem Game musste ich wirklich tief buddeln, hänge sie aber an einem Umstand auf, der Auswirkungen haben wird: Die Eagles haben zu viele Pass Catcher von großer Qualität verloren. Die Wide Receiver DeSean Jackson und Alshon Jeffery mussten ihre Saisonen mit Verletzungen schon beenden, WR Nelson Agholor war lange angeschlagen und Star-Tight-End Zach Ertz kämpft mit einer Rippenverletzung herum. Zudem sind der beste Corner in Ronald Darby und der beste Guard in Brandon Brooks ebenfalls auf IR. Diese Menge an Talent, das nicht zur Verfüge steht, ist gegen Seattle die Nuance zu viel für einen Sieg.

Eagles 19, Seahawks 24

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Woche 13 und 14 hatte NE zwei merkwürdige Auftritte, aber auch der Sieg danach gegen Buffalo war alles andere als grandios.

    1. Du hast recht mit Week 13/14. Wobei mich weniger die obligate Away-Pleite als das Overmatched sein gegen die Chiefs überraschte.
      Rechne heute trotz allem mit einem Statement-Game New Englands.

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