Vorm Startschuss: die finalen Pros und Cons

Vorm Startschuss: die finalen Pros und Cons
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Der erste NFL-Sunday ist absolviert – und hat auch richtig Laune gemacht.

Heute greifen bei den New York Giants auch die Steelers ins Geschehen der Regular Season ein. Höchste Zeit, um vor dem Monday-Night-Game noch einen letzten Stimmungsbericht zu liefern.

Dass man heute aufgrund der abgeschotteten Trainingcamps und fehlenden Pre-Season-Action kaum Infos über Form und Auftreten der Teams bekommen hat, war nicht optimal.

Aber im Versuch einer Annäherung: Was spricht in einer kurzen Pros-und-Cons-Analyse für und gegen die Steelers vor deren Season-Start?

+ Absolutes Toptalent im NFL-Vergleich

Was die Möglichkeiten des Kaders betrifft, sind die Steelers in der League kein Leichtgewicht: TJ Watt, Minkah Fitzpatrick, Cam Heyward, David DeCastro (leider noch verletzt), (ein voll fitter) Ben Roethlisberger, Chris Boswell … – Pittsburgh hat bei mehreren Positiongroups mit die besten Akteure am Roster, die sich ligaweit so tummeln. Diese Franchise ist in keinerlei Transformations- oder Rebuild-Modus. Das Talent stimmt für „win now“.

  Fehlender Heimvorteil am Saisonbeginn

Zumindest für die ersten Spiele werden (wie zugegebenermaßen nicht nur in Pittsburgh) keine Heim-Fans die Steelers am Heinz Field anfeuern können. Die Frage ist, wie die Spieler mit der neuen Atmosphäre werden umgehen können. Die Steelers als Traditionsteam haben eine passionierte Crowd, die mit ihren Terrible Towels und der lauten Stimmungskulisse schon Respekt verbreitet hat. Dieser Faktor, dem Gegner einzuheizen und ihn vielleicht auch mit Lärm zu False Starts zu verleiten, fällt coronabedingt erst mal flach.

Quarterback als Fragezeichen

Weiter oben habe ich Big Ben – mit einem leichten Fragezeichen – noch in einer Pro-Sparte verbucht, allerdings wird der Starting-QB der Steelers aufgrund einer schweren Ellenbogen-Verletzung in New York erstmals seit circa einem Jahr wieder ein Spiel bestreiten. Wo Roethlisberger im Match-Drill wirklich steht und ob er Anlaufzeit für eine gute Form brauchen wird, keiner weiß es. Rechnen muss man damit, dass sich vielleicht nicht gleich 350 Passing-Yards und drei Passing-TDs einstellen nach so einer langen Pause. Und auch bei den Backups sind andere Teams besser aufgestellt als die Steelers mit Mason Rudolph und Josh Dobbs.

+ Leichter Spielplan

Die Steelers haben 2019 die Playoffs knapp aber doch versäumt. Bei der Erstellung des Spielplans gereichte ihnen das aber zum Vorteil. Pittsburgh weicht einigen Division-Siegern des Vorjahres aus und findet einen Spielplan vor, der von machbaren Matchups (u.a. gegen AFC South und NFC East) geprägt ist. Sicherlich sind zweimal die Ravens als AFC-North-Rivale und die Auswärtsspiele in Dallas oder Buffalo toughe Prüfungen. Am Papier jedoch hat Black and Gold den zweitleichtesten Spielplan der ganzen NFL – und das stimmt positiv.

Super-Bowl-Favorit in der eigenen Conference

Was jahrelang den Patriots geschuldet war, setzt sich jetzt so ein bisschen fort für Pittsburgh: Das Team, das von den meisten als DER Super-Bowl-Favorit gesehen wird, kommt aus der AFC. Es heißt nicht mehr New England Patritos, sondern Kansas City Chiefs. Die Truppe von Andy Reid hat diese Season ihren Titel zu verteidigen und konnte beim Auftakt gegen Houston durchaus überzogen. Die Patrick-Mahomes-geführte Highpower-Offense ist durch die Hinzunahme von Running Back Clyde Edwards-Helaire (Ex-LSU-Tiger und First-Round-Pick) nochmals potenter geworden. Ohne auch die Ravens zu vergessen: Die Road to the Super Bowl scheint durch Kansas City, Missouri zu führen. Und die Steelers würden alle Hände voll zu tun haben, um diesem Offense-Monster Herr zu werden.

+ Außenseiter-Rolle

Und um mit einer positiven Einschätzung zu schließen: Die Steelers starten 2020 sicher nicht als der Topfavorit und können/konnten sich in Ruhe als Dark Horse positionieren. Mit den Chiefs, Ravens, Niners oder Saints rechnen alle, was auch eine Menge Druck für die Genannten mit sich bringt. Mir erscheint es aber so, gerade wegen Ben Roethlisbergers Verletzungsnachwirkungen, dass den Steelers wenige einen großen Wurf zutrauen. Befreit aus der Rolle des Unterschätzten aufzuspielen, könnte ein Vorteil sein.

In diesem Sinne fürs Spiel in der Nacht: Go Steelers!

Wir lesen uns am Dienstag oder zu Wochenmitte bei einer Analyse zum Giants-Match wieder.

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