Unnötig kompliziert: Steelers ringen Eagles spät nieder

Unnötig kompliziert: Steelers ringen Eagles spät nieder
Copyright Brook-Ward

Etwas verspätet, aber doch: die Analyse des letzten Spiels.
38:29 bezwangen die Steelers in Week 5 zuhause die Eagles und schraubten ihren Record auf 4:0. Was u.a. bleibt von der Partie ist, dass es Pittsburgh wieder spannender und enger gemacht hat, als es notwendig schien. Dieser Aspekt ist dem Team für mein Empfinden auch kritisch auszulegen.

Offense

Überragend im Sieg gegen Philadelphia war vor allem Rookie-Receiver Chase Claypool, der sich mit vier Touchdowns (ein Rush, vier Receiving) als primärer Sargnagel für die Gäste herausstellte. In dieser Form ist Claypool aus der Offense kaum wegzudenken und wird wertvolle Snaps von Kollegen Diontae Johnson wegknabbern, der verletzt ausschied.

Auffallend und erfrischend positiv war, dass die Steelers mit frecherem Playcalling als in ihren ersten Spielen aufwarteten und auch Weapons einbauten, gegen die der Gegner vermutlich nicht unbedingt gegameplanned hat. Ein End-Around des pfeilschnellen WR Ray-Ray McCloud erzielte etwa 58 Yards Raumgewinn in einem Play, das downfield perfekt freigeblockt wurde.

Hut ab also vor Coordinator Randy Fichtner, den ich bisher nicht als kreative Koryphäe wahrgenommen habe, der aber zuletzt bessere Plays in sein Playbook implementiert hat.

Der einzige bedeutendere Punkt, den ich in diesem Abschnitt kritisieren kann für die Eagles-Week, ist das Power-Package im Laufspiel der Steelers. Pittsburgh versucht hier regelmäßig über schwere, physische Eligible Receiver (Tight Ends oder zusätzliche Linemen) Vorteile im Blocking herzustellen. Einzig: Dominanz stellt sich durch diese Packages keine ein. Selbst in der Goalline-Offense habe ich das Gefühl, dass es im Jumbo-Package bei Pittsburgh immer ein, zwei Anläufe zu viel benötigt, um den Ball endlich über Short Yardage in die Endzone zu bugsieren. Ich bin auch einfach generell kein Freund davon, hart durch die Mitte zu laufen mit dem Running Back, wenn der Gegner damit rechnet.

Defense

Diese Steelers-Defense … Mit der habe ich nach diesem Week-5-Duell so einige Hühnchen zu rupfen. Zunächst: Die Unit hat fünf Sacks zu verbuchen und zwei Turnover erzwungen, aber die Leistung war über gewisse Perioden nicht gut. Pittsburgh hätte ein Game trotz 31:14-Vorsprung beinahe noch hergegeben und ist defensiv bei weitem nicht auf dem Level an Klasse und Souveränität, das dem Team von Experten und Kommentatoren immer nachgesagt wird.

Wie schon gegen Houston, Denver und teilweise die Giants hat man zu leichtfertig und vor allem einfach fette Plays und schnelle Touchdowns-Drives hingenommen. Den Gegnern wird aktuell zu leicht gemacht, sich Big Gains zu erspielen, sie müssen oft nicht arbeiten dafür. Ich orte einen „Wir kommen mit dem Pass Rush hin oder fressen halt großen Raumverlust“-Approach – und das gefällt mir nicht. Ich möchte dominantere Leistungen über 60 Minuten sehen. Und nicht immer nur ein Sich-Sonnen-Lassen im Erfolg, weil man das Game irgendwie drübergeschaukelt hat.

Nickelback Mike Hilton, den ich sonst (und auch weiterhin) ziemlich schätze, erlebte ein Game, in dem ihm die Grenzen aufgezeigt wurden. Hilton war über weite Strecken mit dem Covern von Eagles-Wideout Travis Fulgham betraut – und machte dabei eine traurige Figur. Fulgham, ein bulliger Spieler, der eine überragende Partie spielte, zeigte auf, dass Hilton fürs Blitzen und Covern kleinerer Passempfänger geeignet ist, aber dass physische Receiver sein Aufgabengebiet nicht sein dürfen.

Was man für Hilton ins Treffen führen muss: Es hätte viel früher ein defensives Adjustment hergemusst, jemand anderer hätte Fulgham covern oder doublecovern müssen. Coordinator Keith Butler hat hier geschlafen. Ja, den Steelers ist es gelungen, Philadelphias beste Waffe, Zach Ertz, völlig zu neutralisieren. Aber allein das ist als Plan nicht gut genug.

Sonstiges/Fazit

Mir ist angesichts des guten Personals, das Pittsburgh on Defense aufs Feld schicken kann, erneut die Dominanz abgegangen, Spiele in ruhigem Fahrwasser über die Zeit zu bringen.

Natürlich haben es Secondaries heutzutage nicht leicht, weil so viele Regeln gegen sie ausgelegt werden. Aber das betrifft alle Teams der National Football League.

Die Laufverteidigung der Steelers trumpft (den 74-Yard-TD-Run von Sanders im Philly-Game mal ausgenommen) überzeugend auf. Aber dieses Drama, das aktuell in Steelers-Partien drinnen ist, weil die Defensive Backs irgendwann im Spiel den Faden verlieren und den Gegner wiedererstarken lassen, nervt mich.

That said: Jetzt braucht’s zum Abschluss noch ein berechtigtes Lob. Chris Boswell ist momentan absolut Money in the Bank. Egal, wie die Bedingungen sind, egal, welche Distanz: Boswell nagelt momentan alle seine Kicking Attempts mittig durch die Stangen. Das beruhigt meine Nerven, wenn er nicht shaky agiert. Die Steelers können froh sein, ihn in dieser Form zur Verfügung zu haben.

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