Ugly Win für Steelers bei den Bengals

Ugly Win für Steelers bei den Bengals
Copyright Brook-Ward

Pittsburgh ist nach harter, zäher Schlacht mit einem 16:10-Erfolg aus Cincinnati entkommen. Ein Ergebnis, das die Bengals weiterhin sieglos für die Season bleiben lässt.

Hauptgrund für den Sieg war primär die Steelers-Defense, die über weite Strecken des Games von den Gastgebern fast nicht zu gefährden war. In Erinnerung bleiben könnte dieser Auswärtstrip aber gut und gerne wegen etwas anderem.

Zu Beginn des 3. Viertels vollzog Head Coach Mike Tomlin nämlich einen Quarterback-Change von Mason Rudolph, der leider einen katastrophalen Tag erwischte, auf Devlin “Duck” Hodges. Auf Hodges komme ich nachher noch zu sprechen. Zunächst ein Abriss dessen, was sonst noch auffiel:

  • Mason Rudolph fand in diesem Game faktisch nicht statt. Wollte er passen, waren viel zu oft sein Decision Making langsam, seine Entscheidungen schlecht oder seine Pässe unpräzise. Der Move, ihn zu benchen, war unausweichlich.

  • Die Offense im Gesamten war in der ersten Hälfte grausam anzusehen und brachte da nur drei Punkte aufs Bord. Das Laufspiel wurde spät besser, dafür ließ die Line viel Pressure auf Rudolph zu, was aber nicht alle Unzulänglichkeiten des jungen QBs erklärt.

  • Teilweise musste man selbst als Hardcore-Steelers-Fan kurz innehalten und sich vergegenwärtigen, welche Guys da für die Steelers grade herumrannten: RB Kerrith Whyte oder WR Deon Cain sind erst wenige Tage Member der Steelers. Für Practice-Squad-Guys machten sie ihre Sache aber ganz gut.

  • Die Steelers-Defense kann in dieser Form mit sehr vielen Teams in der NFL mitspielen. Die Unit verzeichnete vier Sacks, setzte Bengals-QB Finley regelmäßig schwer zu und wurde am Ende mit Takeaways belohnt, die den Sieg in trockene Tücher bringen sollten.

  • So gut CB Steven Nelson als neuverpflichteter Spieler agiert, solche Fehlgriffe waren WR Donte Moncrief und auch LB Mark Barron. Ich wiederhole mich: Barron ist in einer feinen Defense fast immer der schwächste Mann. Unglaublich, dass er überhaupt Snaps sieht und nicht verbannt wird hinter Vince Williams und Devin Bush. Klar, Barron hat mit einem Sack und einem Fast-Safety aufgezeigt. Aber seine Fehler in Coverage können sich die Steelers auf Dauer nicht leisten.

  • Jedes Mal, wenn die Steelers in der ersten Halbzeit einen Drive on Offense mit einer Strafe oder einem negativen Play starteten, war eigentlich klar, dass sie Three and out gehen werden. Ja, vielleicht hätte Mason Rudolph Cincy gestern auch irgendwie geschlagen – und ich mag Rudolphs nette Art in Interviews ja auch. Aber solche Leistungen wie gestern kann er sich nicht erlauben, will er in der NFL Games starten.

  • Turning Point des Spiels war der einzige Touchdown der Steelers, ein wahrhaft elektrisierendes Play, das James Washington unbarmherzig per Stiff Arm abschloss. Es war leider das einzige wirkliche Monster-Highlight der Offense, aber deswegen war’s trotzdem epic.

  • Vielleicht war das Skandal-Ende rund um Myles Garretts Auszucker noch zu präsent für Mason Rudolph, um fokussiert in dieses Game zu gehen und seine Topleistung abzurufen. Man kann wohl nur spekulieren, aber selbst Mike Tomlin hat etwas in diese Richtung nach dem Spiel durchblicken lassen.

  • Minkah Fitzpatrick recoverte einmal mehr einen Fumble und wurde damit mit der umjubelte Held für die Steelers. Hut ab aber auch vor LB Devin Bush, der diesen Fumble zuvor freischlug.

  • Wenige Minuten später zeichnete Bud Dupree per Strip Sack und Fumble für ein weiteres Takeaway verantwortlich, das das Game final auf Eis legte. Dupree spielt in dieser Season endlich wie ein Pass Rusher auf Topniveau und wird seinen Preis haben, wollen die Steelers ihn über diese Saison hinaus bei sich wissen.

Steeler of the Week

Devlin Hodges

Zum zweiten Mal ist es QB Devlin Hodges, der Steeler of the Week wird. Wie schon im Ravens-Game hat der Ex-Samford-QB die Welt nicht on Fire gesetzt, aber wie schon damals und im Chargers-Spiel hat er genug getan, um sich zu profilieren und dem Team die notwendigen Plays zu ermöglichen.

Hodges schloss das Game mit 5/11 Completions ab, was nicht sonderlich gut ist. Sein 79-Yard-Touchdown auf James Washington war aber DAS Play des Spiels und sollte unter anderem den Unterschied ausmachen. Der Switch auf Hodges war jedenfalls eine smarte Entscheidung. Der junge QB zeigte sofort, dass er immer wieder auch agil zu Fuß ist, aus der Pocket ausbrechen und Plays verlängern kann. Auch selbst zu rushen, ist Hodges nicht fremd.

Hatte man mit Rudolph das Gefühl, dass bei jedem Drive, der vor der eigenen Endzone beginnen musste, was passieren kann, traute man Hodges meist gute Plays zu – alleine von der Präsenz und der Körpersprache her interpretiert. Die Steelers werden mit fast 100-prozentiger Sicherheit auch beim Showdown gegen Cleveland am Sonntag Hodges starten.


Wo die Steelers diese Woche ansetzen müssen:

  • Die Steelers sind viel zu ungefährlich bei Returns. Sie waren 2019 bisher nicht mal in der Nähe eines Punt-Return- oder Kickoff-Return-Scores, was schade ist.

  • Joe Haden droppte erneut zwei mögliche Interceptions und hatte für meine Begriffe kein allzu gutes Game. Auch beim einzigen Bengals-TD war er nicht in Position, und sein Receiver konnte scoren.

  • Die Steelers nehmen zu viele Strafen. An einem Punkt gestern war die Straf-Yardage 85 zu 20 oder so ähnlich. Das ist einzudämmen, sonst wirst du deswegen Games verlieren.

  • Benny Snell überzeugte spät mit guten Runs, hat in den drei Vierteln davor aber zu oft die Weitsicht vermissen lassen. Snell setzte zu oft auf seine pure Kraft – und lief in den ersten Blocker, anstatt seinen Laufweg anzupassen und eine andere Lücke zu suchen. Das kann der Rookie sicher auch besser.

 

photo credit: Brook-Ward <a href=”http://www.flickr.com/photos/57915000@N02/48361194026″>Joe Haden</a> via <a href=”http://photopin.com”>photopin</a><a href=”https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/”>(license)</a>

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