Texans-Week: Ist 3-0 realistisch für Black and Gold?

Texans-Week: Ist 3-0 realistisch für Black and Gold?
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Die Steelers stehen nach zwei Wochen der Regular-Season bei 2-0 und bitten am Sonntag die Texans aufs Heinz Field.

Noch sind für meine Begriffe aber – gerade auch wegen fehlender Preseason-Spiele – zu wenige Downs gespielt, um schon Prognosen zu stellen, welche Mannschaften Playoff-Material und welche chancenlos sind. Viele wähne ich noch in einer gewissen Findungsphase.

Auch die Pittsburgh Steelers werden sich als Organisation bewusst sein, dass noch bessere Leistungen als in den beiden Eröffnungswochen gezeigt im Spielermaterial stecken.

Allerdings haben die Steelers ausgenützt, auf zwei schlagbare Gegner zu treffen und brauchen sich für ihren Perfect-Record an diesem Punkt freilich nicht zu schämen.

Lieblingsgegner Houston?

Vor der Season habe ich in einem Artikel geschrieben, dass ich die Texans als einen Gegner ansehe, der Pittsburgh liegt und gegen den ich einen Sieg erwarte. Vom Grundsätzlichen her ist’s auch bei genau dieser Schlussfolgerung geblieben, einfach weil die Steelers auf beiden Seiten des Balles besser aufgestellt sind.

Die Sache hat nur einen Haken: Es fühlt sich alles zu gut, zu selbstverständlich, zu klar an vor diesem Texans-Game. Und zu oft ist man, genau wenn es so war, dann als Steelers-Fan enttäuscht worden in der letzten Dekade.

Houston steht bei 0-2, nachdem man mit Kansas City und Baltimore gegen große Fische ranmusste und erwarteterweise zweimal verloren hat. Die AFC South, in der ich die Titans als das beste Team ausgemacht habe, sollte, da kein Überteam über den anderen steht, zwar eine Catchup-Aufholjagd innerdivision-technisch zulassen.

Aber 0-3 ist eine schwere Hypothek, von der weg nur wenige noch zu Playoff-Teams wurden. Die Texans werden sich mit Zähnen und Klauen wehren, nach drei Wochen noch ohne Sieg dazustehen. Die Steelers sollten sich also nicht an den ersten beiden Spieltagen orientieren, sondern müssen mit einem Gegner rechnen, der sich physisch alles für den Sieg abverlangen wird.

Streitfigur Head Coach

2015 waren die Texans das gefeaturte Team in der HBO-Serie „Hard Knocks“, und mir ist noch in Erinnerung, dass mir neben JJ Watt ihr Head Coach Bill O’Brien recht sympathisch war. Meine Meinung zu O’Brien hat sich seitdem aber sehr geändert.

O’Brien hat auch die Duties als General Manager inne – und genau dort hat er sehr viel versemmelt in den letzten Jahren, was den Texans dann irrsinnig viel Substanz und Spielstärke gekostet hat. Am auffälligsten ist, dass sich O’Brien bei Trades immer wieder über den Tisch ziehen lässt und dabei bisweilen sogar First-Round-Picks für (in meinen Augen) Nicht-Blue-Chip-Player aufgibt.

Am haarsträubendsten war aber vor dieser 2020-Saison der Trade von WR DeAndre Hopkins zu den Cardinals, dem Houston (für viel, viel zu wenig Gegenwert) zugestimmt hat.

Sportlich sehe ich Pieces am Roster Houstons, die fraglos für Klasse stehen. Über Mehrfach-League-MVP JJ Watt in der D-Line, Rusher Whitney Mercilus, Corner Bradley Roby oder das turmhohe Potential von Quarterback Deshaun Watson brauchen wir uns nicht zu unterhalten – das sind gute Spieler.

Aber bei Watson schreibe ich bewusst von „Potential“, denn konstant zu Seriensiegen hat er sein Team trotz seiner Klasse noch nie geführt. Und andere Mannschaftsteile wie die O-Line oder der Receiver-Corps (ohne klare Nummer 1 in der Nach-Hopkins-Ära) waren einfach schon mal besser aufgestellt bei den Texanern.

Final Call

Die Steelers bekommen Guard David DeCastro zurück und sind damit voll fit quer durch den Roster, was sicher positiv zu werten ist.

Allerdings erwarte ich die Texans mit Zähnen und Klausen fightend, da dieses Game ihre Season vorentscheiden könnte.

Ich erwarte ein Spiel, das knapper wird, als mir lieb ist und erst am Ende des vierten Viertels entschieden wird.

Gut möglich, dass die Steelers spät einen Rückstand aufholen müssen und einen Game-Winning-Drive benötigen. Den verwirklichen sie auch, weil Eric Ebron mit seinem zweiten Score an diesem Tag für den Sieg sorgen kann.

27-24 Steelers

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