Super-Bowl-Prediction für SB 54

Super-Bowl-Prediction für SB 54
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Wer sich am 2. Februar 2020 in Miami treffen wird

Im Februar sind in Super Bowl 53 New England und die Los Angeles Rams aufeinandergeprallt. Das ist vor Beginn der Regular Season auch mein Tipp gewesen – aber im Nachhinein glaubt dir so was ja niemand. Also möchte ich hier den Beweis hinterlegen und euch wissen lassen, wer 2020 um die Lombardi Trophy wird kämpfen dürfen.

Dauergast gegen “America’s Team”

Um beim Vertreter der AFC einmal mehr auf die New England Patriots zu tippen, braucht man nicht sonderlich mutig zu sein. Für die NFC beschleicht mich aber das Gefühl, dass fast alle Experten im Lager der falschen Favoriten wie etwa Saints, Rams oder Bears sind. Ich habe ein Team auf der Rechnung, das auf eine glanzvolle Geschichte (vor allem Ende der 80er, Anfang der 90er) zurückblicken kann, seit dem Millennium aber keine Bäume mehr ausgerissen hat: die Dallas Cowboys.

Warum New England in der AFC?

Als Steelers-Fan bin ich, was die Patriots betrifft, leidgeprüft und habe sie oft verflucht und mit ihrem Erfolg, mit der Dynasty, gehadert. Aber es ist jährlich nicht nur für die Steelers immer dasselbe: Gegen das beste Quarterback-Head-Coach-Duo ever (obwohl man mit solchen “Aller-Zeiten”-Formulierungen sparsam umgehen sollte – aber hier stimmt’s) kommst du verdammt schwer an.

Auf die Knowledge und das – obwohl manchmal knisternde – Zusammenspiel von HC Bill Belichick und QB Tom Brady wird New England auch heuer wieder bauen können und müssen. Brady wird zwar als 42-Jähriger in die Saison gehen, aber diesen Umstand kann man bislang nicht als Schwäche bei ihm interpretieren. Seit Jahren warten viele Nicht-Patriots-Fans auf den Mann mit dem Hammer bei Brady, dass dessen Spiel und Fähigkeiten endlich abbauen mögen. Doch für mich ist das bislang noch nicht passiert – auch bei der Arm Strength nicht augenscheinlich. In Peyton Mannings letzter Season (ironischerweise mit Super-Bowl-Sieg endend) war es plötzlich deutlich sichtbar, dass das Ende nah ist. Bei Brady sah ich diesen Punkt letzte Season nicht erreicht.

Der Kader sonst reißt mich nämlich nicht vom Hocker. Natürlich ist da exemplarisch etwa mit WR Julian Edelman, dem Brady blind vertraut, CB Stephon Gilmore oder S Devin McCourty individuelle Klasse drinnen. Allerdings haben die Patriots mit TE Rob Gronkowski einen Superstar verloren und auch neben der Tight-End-Position Areas, Defensive Line oder Wide Receiver (neben Edelman) etwa, wo andere NFL-Teams weit besser besetzt sind.

Dennoch: Aufgrund der traditionell schwachen AFC East führen die Playoffs ja fast immer durch Foxborough. Und gerade zuhause – wenn es noch dazu kalt ist – sind die Patriots kaum zu schlagen gewesen. So kommt es – ein vielleicht letztes Mal für einige Zeit (?) – auch diesmal.

Warum Dallas in der NFC?

Etwas überraschender kommt vielleicht die Dallas-Prediction daher. Aber eigentlich nur auf den ersten Blick. Denn die Cowboys haben schon 2018/19 die NFC East gewonnen und sind erst im Divisional Playoff recht knapp bei den Rams unterlegen, immerhin beim späteren NFC-Vertreter des Super Bowls.

Es sind aber gar nicht so die Achievements vom letzten Jahr, die mich Dallas weit vorne sehen lassen, sondern das Personal. Zwar gibt’s aktuell Debatten, dass es mühsam und schwierig werden könnte, QB Dak Prescott, RB Ezekiel Elliott und WR Amari Cooper bei der aktuellen Salary-Cap-Situation langfristig in Dallas zu behalten und monetär zufrieden zu stellen. Aber das ist mir alles zu heiß gekocht und wird so heiß nicht gegessen. Prescott ist der Franchise-QB und wird sicher bleiben, für Cooper hat man einen First Rounder im Draft abgegeben – und da er so gut funktioniert mit Dak, wird auch er bleiben. Und Elliott, gerade mit Holdout beschäftigt, ist Running Back, eine Position, wo du schnell mal ersetzbar bist. Jedoch ist auch hier mein Gefühl, dass sich eine Lösung finden wird.

Alleine auf diese Achse – solider Franchise-QB, Star-WR, Star-RB – blicken viele Teams schon neidisch. Bei den Cowboys ist damit aber noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Die an sich schon gute Offensive Line wird mit der Rückkehr von Pro-Bowl-Center Travis Frederick nach Krankheit noch stärker. Auf Tight End bekommt man mit Jason Witten einen Leader und Könner aus dem temporären Ruhestand zurück.

Und was für mich NFL-weit weithin übersehen wird, ist das Talent, das Dallas auf der defensive Seite aufbieten kann. Hier hat man in den letzten drei, vier Jahren vor allem sehr gut gedraftet. 2018-First-Rounder Leighton Vander Esch (LB) und 2015-First-Rounder Byron Jones (CB) sind herausragende Talente. Demarcus Lawrence ist ein gefürchteter Sack Master. Und auch etwa LB Jaylon Smith oder der von Miami akquirierte Robert Quinn sind NFL-Spieler von einer solchen Kontur, dass ihnen die Pro Bowl zuzutrauen ist. Ein Spieler wie der so verletzungsanfällige LB Sean Lee, jahrelang Gesicht der Dallas-D, konnte z.B. ins zweite Glied rücken, weil die Leute vor ihm inzwischen so stark sind.

Von Head Coach Jason Garrett bin ich zwar weniger überzeugt, jedoch kommen die Cowboys 2019 für mich mit zu viel Talent am Roster daher, um sie übersehen zu können.

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