Souverän: Was beim Steelers-Win in Week 1 herausstach

Souverän: Was beim Steelers-Win in Week 1 herausstach
Copyright Brook-Ward

Die Steelers blieben in Week 1 in East Rutherford gegen die Giants 26:16 siegreich, waren nie gefährdet und stehen, im Gegensatz zu 2019, mit einer 1:0-Bilanz nach dem Auftakt da.

Höchste Zeit für eine Analyse, was in der ersten Partie auffällig war und zum Outcome beigetragen hat:

Offense

Ben Roethlisberger war bei seinem Comeback bis Mitte des zweiten Viertels die fehlende Spielpraxis bei dem einen oder anderen ungenauen Pass anzumerken. Der 38-Jährige fand aber im weiteren Verlauf – in Anbetracht der langen Pause bemerkenswert – seinen Rhythmus und finishte mit einer Bilanz, über die sich kein Steelers-Fan beschweren darf: 229 Passing-Yards, drei Touchdowns, kein Turnover. Ein vielversprechender erster Schritt von Big Ben.

Nicht zuletzt von Ben under Center profitierte JuJu Schmith-Schuster, der in einem verletzungsgeplagten 2019 schon sehr angezählt war. Der junge Receiver wirkt in New Jersey wie sein altes Selbst und verbuchte zwei Touchdown-Catches. Smith-Schuster war die zurückgekehrte Freude an seinem Job anzumerken – mit solchen Leistungen ist der No.1.-Wideout der Steelers unverzichtbar fürs Team. JuJu war besonders bei einem Fumble von Benny Snell hellwach, den er in einem Pulk von Giants recoverte, ein Turnover abwenden konnte und damit ein allzu knappes Game im 4. Viertel verhinderte.

Stichwort Benny Snell, da machen wir’s kurz: Snell zeigte bis auf seinen Fumble eine überragende Leistung im Ground Game und wirkte stärker und athletischer als sein 2019-Ich. Er rushte für fast sechs Yards per Carry und verbuchte 113 Yards am Boden in diesem Spiel.

Es mag früh und ein bisschen bold sein, aber ich glaube, dass Snell damit die Weichen dafür gestellt hat, Lead Back in Pittsburghs Backfield zu sein – und das nicht ganz zu unrecht. Denn James Conner ist eine wunderbare Feel-Good-Story, aber Conner, der als nomineller Starter in die Partie ging, underwhelmte zunächst sportlich, bevor er sich dann auch noch am Knöchel verletzte. Conner bringt ganz sicher die richtige Moral für eine Rolle in der Steelers-Franchise mit – aber er ist ein „Mann aus Glas“, viel zu schnell und oft angeschlagen und verletzt – und sein Vertrag läuft noch dazu aus. Conner wirkt nicht wie ein Spieler der Zukunft für Pittsburgh.

Überzeugen konnten mit starken Plays hingegen James Washington und Rookie Chase Claypool. Washington, der einen Roethlisberger-Pass vor der Goalline fing und ihn durch mehrere Defender hindurch nach dem Catch für einen Score in die Endzone wuchtete. Und der Rookie Claypool, der im ersten Quarter bei einem 28-Yard-Big-Play-Catch an der Sideline seine Klasse zeigte.

Defense

Ebenso wie mit der Offense war ich beim Auftakt auch mit der Leistung der D zufrieden. Den Steelers gelang es das gesamte Spiel über, den Giants um RB Saquon Barkley das Rushing Game komplett wegzunehmen, die Runner bereits im Backfield zu tackeln und New York damit eindimensional zu machen. Giants-Star Barkley beendete das Spiel mit sechs Rushing-Yards bei 15 Carries. Besonders Bud Dupree on the Edge war in der Laufverteidigung eine unüberwindbare Force.

Sein OLB-Kollege TJ Watt stach aus einem starken Pass-Rush-Kollektiv einmal mehr als Big-Play-Garant heraus. Watt schnappte sich, als das Game in der Frühphase noch in beide Richtungen hätte kippen können, einen kurzen Pass von QB Daniel Jones mit einer Interception. Eine Possession, die die Steelers in einen Touchdown ummünzen konnten.

Und eine INT fing auch Cam Heyward in der eigenen Endzone – die erste seiner Karriere. Heyward machte damit einen langen Giants-Drive tief in der Redzone zunichte, der das Spiel nochmals knapp gestalten hätte können.

Und zu guter Letzt (ich komme aus dem Schwärmen und Loben kaum noch heraus…) Hut ab vor der cleanen, reifen Leistung von Devin Bush. Der Second-Year-Linebacker verzeichnete kein Big Play, war in Coverage aber immer in Position und tackelte hart und kompromisslos. Gerade Fehler in Coverage hatte ich bei Bush im Vorjahr noch kritisiert. Für mich trat er klar verbessert auf. Auch OLB Ola Adeniyi in der Pass-Rusher-Rotation gefiel mir.

Sonstiges/Fazit

Diontae Johnson erlaubte sich früh einen muffed Punt in der eigenen Redzone, der Gott sei Dank nur mit einem Giants-Field-Goal und keinem TD bestraft wurde. Solche Fehler sind nicht mit der veränderten Vorbereitung zu erklären und dürfen dem Punt-Returner einfach nicht passieren.

Johnsons Lapsus setzte auch die viel zu lange, traurige Serie der Steelers-Spiele mit eigenem Turnover fort. Auch low Snaps (von Center Pouncey) und slow Starts  (das Team braucht zu oft ein Quarter oder länger, um offensiv voll da zu sein), kennt man aus dem Vorjahr. All das kann gerne abgestellt werden.

Dem ersten Giants-Touchdown durch Darius Slayton ging im Play davor bei 3rd and long eine lächerliche Pass-Interference-Strafe gegen Joe Haden voraus, ohne die der Score der Gastgeber nicht passiert wäre. Wieder mal ein katastrophaler Call aus der Crew von Referee Craig Wrolstad heraus. Mit Wrolstad kann ich nicht wirklich und bin immer schon ein bisschen nervös, wenn ich mitbekomme, dass er Steelers-Games leitet.

Mike Tomlin ist oft nicht im Bilde, wenn es darum geht, späte Timeouts zu callen und damit Strafen (für Zeitverzögerung) abzuwenden. Hier darf man sich verbessern, Coach! Auch K Chris Boswell, der einen Extra-Point versemmelte und einen Kickoff out of bounds drosch, darf sich in Week 2 verbessert zeigen.

Die späte Verletzung von Tackle Zach Banner, wohl ein Kreuzbandriss und das Season-Ende, hat mich betrübt gemacht. Banner, ein Fan- und teaminterner Favorit, weinte an der Sideline, weil er wusste, was in etwa in seinem Knie passiert war und was das bedeutete. Banner hatte sich seinen Starter-Posten gegen viele Widrigkeiten erkämpft und kommt hoffentlich gestärkt zurück.

Und letzte Erkenntnis: Die Steelers werden’s schwer haben, den auslaufenden Vertrag von Nickel-Corner Mike Hilton (ein Spieler, den ich sehr schätze) zu verlängern. Hilton ist in Coverage überaus solide und als Blitzer eine gefährliche Waffe. Auch gegen die Giants konnte er sich wieder einen Sack schnappen. Talent, wie er es offenbart, könnte in der League mit zehn Millionen Dollar oder mehr im Jahr entlohnt werden, was für die Steelers vielleicht nicht zu stemmen sein dürfte.

Alles in allem blicke ich nach dem Giants-Spiel positiv Richtung Home Opener gegen die Broncos.

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