Schwächen überkommen: Pittsburgh schlägt Houston

Schwächen überkommen: Pittsburgh schlägt Houston
Copyright Brook-Ward

28:21 besiegten die Steelers in Week 3 zuhause die Houston Texans und schraubten ihren Record – nach wie vor unbesiegt – auf 3-0.

Zu sehen bekam man in der Partie eine Pittsburgh-Mannschaft, die aufgrund von Unzulänglichkeiten und defensiver Schnitzer nicht unverdientermaßen mit einem Rückstand (17:21) in die Kabine musste, sich in Spielabschnitt zwei aber recht beeindruckend erfing.

Offense

Ben Roethlisberger hat nach drei Spielwochen überaus gute Statistiken zu verbuchen, was natürlich erfreulich ist. 28 Punkte gegen ein Team, das zuletzt recht regelmäßig in den Playoffs war, sind ein Fingerzeig dafür, dass gestern einiges gelungen ist.

Allerdings brauchen die Steelers frappierend lange, um offensiv in ein Game reinzukommen. Diese Slow Starts können sie gerne abstellen, ein Touchdown im Eröffnungsdrive wäre wirklich mal wieder fein. Gegen Houston gelang an dieser Stelle am Beginn zumindest ein Field Goal.

Auffallend war, dass Ben Roethlisberger ausnahmslos jeden Deep Shot in der ersten Hälfte bei weitem überwarf und den nötigen Touch bei seinen weiten Würfen vermissen ließ. Seine Receiver hatten faktisch nie die Chance, den Catch zu machen bei diesen Situationen. Das Intermediate-Passing-Game und auch das Laufspiel funktionierten aber gut, so dass Black and Gold trotzdem zu Punkten kam.

Und siehe da: Den ersten Steelers-TD brachte Tight End Eric Ebron mit einem wunderbaren Grab in der rechten Ecke der Endzone ins Trockene. Der Ebron, dessen stärkere Einbindung ich in den letzten Artikeln eingefordert und dessen Success ich gegen Houston ein Stück weit erwartet habe. Warum müssen immer Fans die Partizipation von gewissen Akteuren einfordern, bis diese Wirklichkeit wird … 😉

Zu  seinen ersten Carries als Steeler kam gestern Rookie Anthony McFarland (Ex-Maryland), der bisweilen vielversprechend und dynamisch bei seinen Chancen aussah. Ein gelungenes Debüt. RB Jaylen Samuels hingegen bekam nur ein Carry – und lief nach einem Yard in einen Defender. Die übliche Samuels-Ausbeute, möchte man sagen.

James Conner und die O-Line hatten, was den Hauptteil des Laufspiels betrifft, einen guten Tag. Conner kam auf über 100 Yards und 6,1 Yards per Carry, wobei er mit Fortdauer des Spiels immer besser ausschaute.

Defense

Corner Steven Nelson hat mir letztes Jahr besser gefallen und ist für mein Befinden heuer noch auf der Suche nach der Form von 2019. Nelson bemüht sich redlich, ist aber pro Match bei ein, zwei Plays zu spät dran gewesen gegen seine Receiver in der aktuellen Saison.

Nicht nur Nelson war aber dran schuld, dass die Steelers-Secondary in Hälfte 1 gegen QB Deshaun Watson und seine Receiver gar nicht gut ausgeschaut hat.

Die Wideouts der Texans siegten regelmäßig bei Deep-Ins und Curls gegen die Verteidiger, was fette Chunks von 15-20 Yards zur Folge hatte – und das viel zu oft und zu leicht. Credit ist der defensiven Ausrichtung der Steelers aber dafür zu geben, dass die Unzulänglichkeiten mit dem Pausentee konsequent abgestellt wurden und die Texans nach dem Wiederbeginn keinen Punkt mehr verbuchen konnten. Die Laufspiel der Gäste über David Johnson hatten die Steelers die kompletten 60 Minuten über grandios im Griff.

Der Pass Rush war mit verschiedenen Rushern, die anschreiben konnten, wieder ziemlich erfolgreich und trug fünf Sacks gegen Watson zum Erfolg bei.

Festzustellen war (wie in den Wochen davor), dass Safety Minkah Fitzpatrick sehr unauffällig gespielt hat. Fitzpatrick wurde 2019 nach seiner Akquise gelobt für die Fülle an Big Plays, die er als Neo-Steeler gleich darbieten konnte. Diese gehen im Moment völlig ab. Ich will Fitzpatrick aber nicht vorverurteilen und möchte die Situation weiter beobachten. Vielleicht ist’s die Form, die beim Ex-Dolphin nicht mehr überragend ist. Vielleicht finden aber auch zu wenige Plays in seiner Range statt.

Sonstiges/Fazit

Überzeugt hat mich, dass es den Steelers gegen Houston gelungen ist, ihr volles Set of Tools in der Offense zum Sieg beitragen zu lassen. Die Backs waren gut drauf und erliefen Yardage, die Tights Ends Ebron und McDonald waren endlich eingebunden und steuerten fast 90 Yards plus TD bei.

Und bei den Receivern ist sowieso in der Depth ein so gutes Arsenal an Waffen gegeben, dass hier theoretisch immer “andere” Passcatcher in einer Art Rotation Spiele mitentscheiden könnten. Die Steelers haben vorgezeigt, wie unberechenbar sie sich präsentieren können und sollten an dem Ansatz festhalten.

Und was mit am wesentlichsten stehenbleibt nach diesem Spieltag: Endlich ist Black and Gold ein cleanes Game ohne Turnover gelungen. Zeit war’s! Spielt Pittsburgh clean, hat man offensiv wie defensiv so gute Grundvoraussetzungen, um gegen keinen Gegner am Papier heillos Außenseiter zu sein.

Notiz am Rande zuletzt: Vielleicht könnten die Refs mal damit aufhören, bei Erklärungen nach Flags “by rule” dazuzusagen. Das ist einfach unnötig. Denn was sonst soll eine Entscheidung stützen, als “aufgrund der Regeln”?

Soll uns aber nicht groß negativ stimmen. Denn die Steelers sind erstmals seit 2010 bei 3-0 stehend – und das ist sehr erfreulich.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Guter Start in die Saison! Ich hoffe, es geht so weiter…mit Spielverstand (Playcalling), Spielglück und Verletzungsfreiheit unserer Mannschaft👍🏼🍀🏆

Schreibe einen Kommentar

*

code

Menü schließen