Power-Ranking und Ausblick auf Week 6

Power-Ranking und Ausblick auf Week 6
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Week 5 brachte so einige tiefgreifendere Veränderungen für das Power-Ranking. Bedingt war das auch dadurch, dass Platzhirschen vorne (Chiefs, Bears, Cowboys) schwache Leistungen zeigten, während andere aus dem Mittelfeld zu überraschen wussten (u.a. Colts).

Mir fällt auf, dass ich bei einigen Teams auf der Euphorie-Bremse stehe, auch wenn deren Record sehr gut und bei 4-1 ist: Fans der Seahawks oder Bills mögen es mir verzeihen, aber ich bin noch nicht überzeugt von der Gefährlichkeit dieser Mannschaften. Die nächsten Wochen mögen mich Lügen strafen oder bestätigen.

(Bitte – wie immer – unter der Grafik weiterlesen.)

1
5-0EVEN
24-0 UP
34-1 DOWN
44-1 UP
54-1 DOWN
63-2 UP
73-2 UP
83-2 DOWN
93-2 DOWN
103-2 UP
114-1 UP
123-2 DOWN
132-1-1 DOWN
143-2 DOWN
153-2 UP
164-1EVEN
173-2 UP
183-2 DOWN
192-3 DOWN
202-3 UP
212-3 DOWN
222-3 DOWN
232-3 DOWN
242-3 DOWN
251-4 UP
261-4 DOWN
271-3-1 UP
281-4 DOWN
290-5 DOWN
300-5 DOWN
310-4EVEN
320-4EVEN

Der beeindruckendste Aufsteiger

Indianapolis Colts

Mit dem Rücktritt von QB Andrew Luck knapp vor der Season und dem Switch auf Ersatzmann Jacoby Brissett sind die Colts in meiner Rechnung zu jenen Teams hinuntergerasselt, die ich höchstens für eine Wildcard – und nicht mehr – in Betracht zog.

Das mag sich nicht unbedingt geändert haben (die Leistungen von Indianapolis sind diese Saison schwankend), aber ein 19:13-Sieg im Arrowhead Stadium bei den Chiefs ist ein Ausrufezeichen.

Ein Gameplan mit viel Laufspiel über Marlon Mack, einem Shutdown des Laufes der Chiefs und dem Blick auf Time of Possession hievte die Colts in eine Position, wo Brissett das Spiel nicht an sich reißen, sie einen angeschlagenen Pat Mahomes aber dennoch kontrollieren konnten. Die AFC South bleibt weiter eng und unvorhersehbar, aber mit diesem Sieg sind in dieser Division für den Moment die Colts on top.

Der markante Absacker

Chicago Bears

Die Upset-Pleite der Bears in London gegen die Raiders irritiert mich immer noch. Ich hatte auf einen Blowout-Win Chicagos sogar gewettet, weil ich nicht dachte, dass Oakland gegen eine solche Defense einen Stich machen wird können.

Ich hätte die Bears jedenfalls schon weiter gesehen, in anderen Sphären, nämlich gegen “Lesser Teams” überzeugend gewinnend und nur gegen “Big Boys” in Kämpfe verstrickt (Packers Week 1 als Beispiel). Scheinbar sind die Bears aber noch kein so gefestigtes Team, um fortan jedes Jahr 11-5-Records und Playoff-Teilnahmen abzuliefern.

Chicago bekam fast 400 Total Yards und drei Rushing Touchdowns von der grauen Maus Raiders eingeschenkt, mit ein Zeichen, dass man nicht physical genug war an dem Tag in der D. Trotz eines Comebacks mit drei Touchdowns in Folge im dritten Viertel war es beim 21:24 letztlich zu wenig.

Steelers-Ranking argumentiert

Rang 26, zwei Plätze verloren

Die Steelers wurden von den Broncos und den Raiders überholt. Und in Anbetracht der Tatsache, dass sie im nächsten Spiel wohl ihren dritten Quarterback starten und auch sonst eine Fülle an Verletzungen wegstecken müssen, ist der Rang wohl noch wohlwollend gewählt.

Die Steelers sind noch nicht ganz am Ende angekommen, weil sie im Vergleich zu den Teams unter ihnen trotz der vielen Niederlagen außer in Week 1 immer knappe Spiele bestritten haben. Ja, mit viel Glück könnten die Steelers aktuell auch bei 3-2 stehen – aber der Konjunktiv hilft keinem Steelers-Fan weiter.


Drei aktuelle Gedanken zur NFL säuberlich geordnet:

  • Credit where credit is due: Den Saints muss ich Respekt aussprechen. Sie stehen auf 4-1, haben teils (mit oft unterschiedlichen Wegen) schwierige Gegner bezwungen. Und sie haben das in großen Teilen ohne einen der Top-3-Passer dieser League, Drew Brees, geschafft. Andere Teams hätte es kalt erwischt, wäre der Franchise-Passer niedergegangen, aber New Orleans hatte mit QB Teddy Bridgewater einen qualitätsvollen Backup-Plan in der Hinterhand und bietet zudem aktuell eine Defense auf, die das beiträgt, was es braucht, um Siege einzufahren. Ein Backup in der Qualität von Bridgewater kostet natürlich Geld, dessen muss man sich bewusst sein – für die Saints hat sich der “Luxus-Backup” 2019 mehr als ausgezahlt.

  • Apropos Quarterbacks, apropos Ersatzleute. Drew Brees wird, sobald er von seiner Handverletzung genesen ist, seinen Job in The Big Easy wiederbekommen. Bei anderen Startern mit großen Namen wäre ich mir da nicht so sicher. Gardner Minshew etwa spielt bei Jacksonville eine absolut überzeugende Season (“Minshewmania”), seitdem er im Einsatz ist, weil sich Nick Foles Week 1 gegen die Chiefs verletzt hat und auf Injured Reserve musste. Foles hat einen topdotierten Langzeit-Vertrag bei den Jaguars. Aber gehen die Jags etwa 9-7 und rutschen mit Minshew in die Playoffs, wird Foles dort kein Down mehr spielen. Und – ich wage es kaum anzudenken – kann Ähnliches in Carolina passieren? Franchise-QB Cam Newton war dort einst League-MVP, bekam aber in den letzten Jahren durch eine Schulterverletzung und andere Blessuren sein gewohntes Spiel nicht mehr zusammen. Jetzt ist Newton verletzt out – und Ersatzmann Kyle Allen mit den Panthers ungeschlagen, seit er übernommen hat. Was passiert dort, wenn Allen die Season zu Ende spielen muss und Carolina mit 11-5 in die Playoffs vorstößt? Ist Newton dann am Trade Block oder wird gar entlassen?

  • Und: Ein Team, das ich tendenziell für manche Geschmäcker wohl zu hoch ranke, aber von dessen Qualitäten ich überzeugt bin, sind die Vikings. Man braucht sich nur anschauen, wie souverän Minnesota schwächere Teams (Giants, Raiders) “wegspielt” und erkennt, dass bei den Vikings Klasse vorhanden ist. Klar, Kirk Cousins steht sich in der Primetime immer wieder gerne selbst im Weg und schüttet gegen Playoff-Kaliber-Teams gerne aus (siehe Pleiten gegen Green Bay und Chicago). Head Coach Mike Zimmer hat das Team, angefangen bei einer nasty Defense, aber in der Spur, um in der NFC North zurückzuschlagen und in den Playoffs (wenn man sie in dieser saustarken Division irgendwie erreicht) richtig für Furore zu sorgen.

Wer wartet in Week 6 auf die Steelers?
Und wie stark sind die?

Auswärts versus Los Angeles Chargers

Für die Steelers kommt’s 2019 wirklich knüppeldick. Wie letzte Woche bei Baltimore trifft man nun bei den L.A. Chargers auf ein Team, das nach einer peinlichen Niederlage was zu beweisen hat – und das auch die Mittel hat, um das zu tun.

“Die Mittel haben” – das ist genau das Ding bei den Steelers. Ich habe in der Analyse des Ravens-Spiels schon herausgestrichen, dass ich finde, dass das Team mit Willen, Herz und Kampfeslust aufgetreten ist. Auch dass es vom Coaching Staff noch erreicht wird und ein Plan da war, um gewinnen zu können, war und ist für mich unbestreitbar.

Einzig: Ohne die (mutmaßlich) ersten beiden Quarterbacks am Gameday-Roster, ohne James Washington, Jaylen Samuels, Vance McDonald … wird’s einfach unrealistisch, einen Quarterback wie Philip Rivers nach einer langen Reise an die Westküste herauszufordern.

Denn die Chargers, ein Superbowl-Aspirant mit High Hopes, sitzen auf 2-3, haben bisher enttäuscht und sollten langsam anfangen zu gewinnen. Was kann da Besseres passieren, als auf dieses angeschlagene, dezimierte Steelers-Team zu treffen?

Noch einmal: Ich habe tiefen Respekt vor der Steelers-Leistung gegen Baltimore. Ohne den fahrlässigen Fumble von Smith-Schuster hätte man diese Partie gewonnen. Aber muss man in L.A. Devlin Hodges starten, wäre nichts anderes als eine deutliche Niederlage zu erwarten. Eine andere Erwartungshaltung wäre naiv – ohne Hodges irgendwie runterreden zu wollen oder doch heimlich auf einen Super-Upset zu hoffen.

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