Nach Division-Sieg: was jetzt wichtig ist

Nach Division-Sieg: was jetzt wichtig ist
Copyright Brook-Ward

Wieder komme ich reichlich spät dazu, vor dem nächsten Sunday-Game noch einen Blick auf die Steelers zu werfen. Allerdings naht das letzte Spiel der Regular Season und das erste, nachdem sich Black and Gold den Division-Sieg der AFC North sichern konnte. Einen kurzen Rückblick und Ausblick haben die Spieler also jedenfalls verdient.

Rückblick

Ich gebe freimütig zu: Ich habe das Verfolgen des Spiels gegen die Colts in Week 16 zur Halbzeit quasi beendet, weil ich so enttäuscht von den Steelers war. Ich wollte mir das keine weiteren 1,5 Stunden antun und hatte keine Hoffnung auf Besserung.

Gekommen ist es anders. Die Steelers haben in Hälfte 2 ein wundersames Comeback geschafft, haben mehrere Scores aufgeholt. Dadurch gewann Pittsburgh (auch die Browns-Niederlage zur selben Zeit hätte allerdings gereicht dafür) die Divison und brachte die Playoff-Hoffnungen von Indianapolis ziemlich ins Wanken.

In Hälfte 1 hat mich besonders desillusioniert, dass die alten Fehler 1:1 nicht behoben wurden und die Steelers hilflos wirkten:

– Die Offense war uninspiriert und nicht fähig, First Downs zu erspielen.
– Das Laufspiel im Besonderen war einfach nicht existent (wie schon in den Wochen zuvor – und das änderte sich auch in den finalen 30 Minuten nicht).
– Die O-Line war so ineffizient und überfordert beim Räume freiblocken und beim physischen Duell an der Line of Scrimmage, dass es wehtat.
– Die Punt- und Kickoff-Coverage war schlecht.
– Dropped Interceptions von Philip Rivers und dropped Catches traten wiederholt auf.
– Big Ben warf downfield in Triple Coverage, weil seine Receiver viel zu selten open waren.
– “Fire them all!” war das Letzte, was ich in meiner Mitschrift notierte, bevor ich sie für den Abend beiseite legte.

Kommen sollte es anders. Pittsburgh machte das letzte Heimspiel doch noch zum Charaktertest. Ausschlaggebend für den 28:24-Win nach dem klaren Rückstand war primär, dass QB Ben Roethlisberger das Heft in die Hand nahm.

Roethlisberger brachte die Gäste mit von ihm gecallten oder geaudiblten Plays an der Line of Scrimmage nach der Pause aus ihrer Comfort Zone und die Offense schaffte es, den Rückstand sukzessive aufzuholen. Was das über Offensiver Coordinator Randy Fichtner sagt, der den Gameplan für den Beginn des Spiels zu verantworten hat, muss jeder selbst entscheiden.

Auch damit, dass die Steelers öfters no huddle und up tempo gingen, kam die D von Indianapolis nicht zurecht, obwohl sie das Heft in den ersten zwei Quartern so sehr in der Hand hatte.

Die Steelers-Receiver sahen plötzlich in ihren Routes und Abläufen viel besser aus, weil sie durch eine höhere Variation bei den Pässen mehr Räume vorfanden. Die O-Line passblockte gut, einzig das horrible Laufspiel und das Run Blocking blieben große Baustellen. Am Ende stand großer Jubel und die Gewissheit, in den Playoffs zumindest ein Heimspiel ausrichten zu dürfen.

Ausblick

Das Week-17-Spiel in Cleveland ist (obwohl es für die Browns um richtig viel geht) für die Steelers ohne Bedeutung. Folgerichtig wird Mason Rudolph statt Big Ben auf Quarterback starten – und seine alte Fehde mit Myles Garrett wiederaufnehmen…

Auch OLB TJ Watt, DE Cam Heyward oder C Maurkice Pouncey werden geschont – ein logischer Schachzug, wie ich finde. Leider mussten mit CB Joe Haden und TE Eric Ebron zwei Starter auf die COVID-Liste gesetzt werden: Im Fall der beiden kann nur gehofft werden, dass sie für den Playoff-Beginn werden zurückkommen können.

Lange Rede, kurzer Sinn: Die Steelers werden die AFC auf Rang 3 beenden und kennen ihren Gegner für die Wildcard-Round noch nicht. Die Browns, Ravens, Colts, Titans oder Dolphins werden, soweit ich informiert bin, in die Steel City kommen müssen. Die Ravens bräuchte ich von diesem Quintett am wenigsten, Baltimore-Spiele kann ich ohnehin fast nie genießen, da die Aversion  gegen diesen Gegner einfach zu groß ist.

Personell sind die beiden COVID-Gelisteten ein Rückschlag, wobei die Steelers unabhängig davon am Plan festhalten müssen, alle Schlüsselspieler in der stärksten körperlichen Form, die möglich ist, zum Ankick des Wildcard-Spiels im Talon zu haben.

Ob alaramierende Schwächen wie die zu softe O-Line oder ein Laufspiel, das nicht der Rede wert ist, in der Postseason behoben/verbessert werden können? Man kann es nur hoffen.

Heute rechne ich mit einer Niederlage in Cleveland, schlicht weil’s völlig wurscht ist. Allen Parametern Richtung Playoff-Spiel werden wir uns nächste Woche widmen.

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