Nach Colts-Game: Steelers zurück im AFC-Playoff-Race

Nach Colts-Game: Steelers zurück im AFC-Playoff-Race
Copyright Brook-Ward

Die Steelers “stehlen” mit etwas Glück einen 26:24-Heimsieg gegen die Indianapolis Colts und bugsieren sich damit (bei einem 4-4-Record) zurück ins Rennen um die Playoffs.

Gäste-Kicker Adam Vinatieri konnte mit etwa einer Minute auf der Uhr die Field-Goal-Chance aufs 26:27 nicht nützen, die Steelers waren in einer engen Partie folglich die Sieger.

Colts schreiben zuerst an

Das Spiel begann, wie gegen Miami zuletzt, denkbar schlecht für die Steelers. JuJu Smith-Schuster konnte einen schönen Rudolph-Pass nicht fangen, die Colts kamen per Deflection früh zu einer einfachen Interception und lagen etwas später 3:10 voran, als TE Jack Doyle die Schlafmützigkeit von LB Devin Bush (der in Coverage gegen ihn war) ausnutzte und scorte. Dies alles gelang Indianapolis, obwohl man früh Starting-Center Ryan Kelly und Quarterback Jacoby Brissett verletzt für dieses Game verlor.

Die Steelers-Offense erwischte eine schwache erste Hälfte und trat auch in der zweiten nur mittelmäßig auf. Es war an der Defense, das Team gegen Colts-Ersatz-Quarterback Brian Hoyer auf Kurs zu halten – was so halbwegs gelang. Hoyer verzeichnete drei Touchdown-Pässe (die teilweise wieder – Mark Barron war bei einem einmal mehr indisponiert – viel zu einfach zustande kamen), seine einzige Interception wurde von den Steelers jedoch für einen Touchdown zurückgetragen.

Beide alles andere als perfekt

Die Zuschauer sahen am Heinz Field einen passionierten Schlagabtausch, bei dem aber beide Mannschaften eine Menge Fehler machten (die Refs im Übrigen ebenso – mit Head Referee Brad Allen werde ich in diesem Leben sicher nicht mehr warm; der steht sinnbildlich für dubiose Entscheidungen).

Dominant auf Seiten der Steelers waren einmal mehr K Chris Boswell, der durch vier sicher verwertete Field Goals 12 Punkte scorte, und der Pass Rush. Vor allem ein Field Goal vor der Pause, das den Score auf 13:16 schraubte und zu dem die Steelers glücklich via 15-Yard-Roughing-Strafe kamen, sollte sich als wichtig erweisen.

Der Pass Rush erzwang gegen eine Colts-O-Line, die sonst bisher in dieser Season kaum was zugelassen hatte, fünf Sacks. Das war sicher auch dem Umstand geschuldet, dass Brissett, der schwer zu sacken ist, früh raus musste. Aber man nimmt, was man kriegen kann.

Win trotz viel Luft nach oben

Jedenfalls hielten gute Plays der Defense, die unregelmäßig aber doch kamen, die Steelers im Spiel, obwohl der Offense krasse Fehler passierten. Mason Rudolph nahm einen anfängerhaften Safety, als er den Ball under Pressure in der eigenen Endzone nicht wegwarf, sondern einen Pump Fake versuchte. Jaylen Samuels fumbelte spät und holte die Colts derart zurück in die Partie, dass sie es eigentlich am Ende in der eigenen Hand hatten.

Alles in allem haben die Steelers gegen einen Ersatz-Quarterback zuhause trotz fehlerhafter Leistung knapp gewonnen. Man darf aber trotz so massiver Luft nach oben die Dinge nicht zu negativ sehen: Der Gegner kam mit 5-2-Record nach Pittsburgh, ist direkte AFC-Konkurrenz, die nun geschlagen wurde – und ein, zwei Tage später fragt kein Mensch mehr, ob ein Sieg glücklich oder extrem dominant zustande gekommen ist.


Steeler of the Week

Minkah Fitzpatrick

Fitzpatrick verzeichnete gegen die Colts sieben Tackles und bewies einmal mehr, welch willkommener Neuzugang er für die Steelers-Secondary nach dem Trade mit Miami ist.

DAS Play schlechthin gelang dem ehemaligen Alabama-Safety jedoch mit einem Interception-Return-Touchdown über 96 Yards, als die Steelers vor der Pause gerade 3:10 zurücklagen und ziemlich leblos wirkten. Diese Punkte sollten am Ende den Unterschied ausmachen.

Bud Dupree hätte sich den Award diesmal auch verdient, er verzeichnete zwei Sacks und einen Forced Fumble und hatte sein bestes Game der Season. Fitzpatrick habe ich allerdings schon einmal ein bisschen ausgebremst, daher wurde es diesmal er. Meine These, dass die Steelers mit einem First Rounder für ihn überzahlt haben, zieht der Ex-Dolphin jedenfalls grade ziemlich in Zweifel …


Wo die Steelers diese Woche ansetzen müssen:

  • Mason Rudolph sollte mehr rushen. Ich bin grundsätzlich kein Fan davon, ein Team auf einen mobilen Quarterback zuzuschneiden, da eine Verletzung von ebendiesem meist nur eine Frage der Zeit ist. Solch ein Quarterback wird Rudolph auch nie werden. Aber gerade bei Plays, wo er sehr lange (zu lange) wie angewurzelt in der Pocket steht und seine Reads durchgeht, könnte er Defenses überraschen, würde er das eine oder andere mal die Flucht nach vorne antreten. Diese Option wurde von den Colts faktisch nie verteidigt, weil sie darauf vertrauten, dass sie Rudolph ohnehin in der Pocket würden unter Druck setzen können.

     

  • Was mich zum nächsten Punkt bringt: Die Offense der Steelers muss sich steigern und kreativer agieren. Schleunigst und massiv muss Besserung eintreten. Denn in so einigen Spielen (auch wegen unterdurchschnittlichem Laufspiel-Output) nur auf 250 Offense-Yards zu kommen und trotzdem auf viele Siege zu hoffen – das wird auf Dauer so nicht passieren. Dieser Dink-and-Dunk-Ansatz, es Rudolph leicht zu machen mit vielen Completion nah an der Line of Scrimmage, bringt nicht genügend Yards. Noch dazu haben die Steelers nicht dieses dominante Talent, das hier nach Low Risk Throws oft für Big Plays sorgen wird (wie es Antonio Brown bisweilen getan hat). Warum nicht mal einen Game Plan auf die Tight Ends zuschneiden? Oder warum nicht auf das Screen Game setzen, mit sechs, sieben Screens in einem Game?

     

  • Und: Mark Barron muss seine Leistungen umgehend auf ein anderes Level hieven – oder die Steelers sollten ihn ins Special Team verfrachten und jemand anderem Starting Snaps geben, wenn Vince Williams oder Devin Bush Pausen brauchen. Barron ist regelmäßig mittendrin, wenn sich Missed Tackles oder Blown Coverages bei den Steelers anbahnen – leider auch viel zu oft bei Scoring Plays. Aktuell ist er für mich der schwächste der Steelers-Verteidiger, die momentan viele Reps bekommen. Barron offenbart große Fehleranfälligkeit in seinem Game und es wird mir immer klarer, wieso die Rams ihn bereitwillig gehen ließen.

photo credit: Brook-Ward <a href=”http://www.flickr.com/photos/57915000@N02/42355352411″>Heyward</a> via <a href=”http://photopin.com”>photopin</a> <a href=”https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/”>(license)</a>

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