Jetzt zählt nur noch die Form in den Playoffs

Jetzt zählt nur noch die Form in den Playoffs
Copyright Brook-Ward

Reichlich spät, gerade noch vor den Spielen des nächsten Football-Sundays, komme ich zu meinem nächsten Artikel über die Steelers, die morgen Abend im Monday-Night-Game in Cincinnati gastieren werden.

Ehrlicherweise war es aber kein Malheur, dass die Zeit nicht viele Gedanken an die Steelers zugelassen hat aktuell – zu besorgt und auch ein Stück weit enttäuscht und desillusioniert bin ich gerade in dieser Phase der Season.

Black and Gold war in Week 14 Buffalo nicht gewachsen und verlor klarer (26:15), als es nach einer inferioren 2. Spielhälfte eigentlich hätte der Fall sein dürfen.

Blicken wir zurück auf die Leistung bei den Bills und beginnen wir mit der Quintessenz, die von diesem Artikel überbleiben soll:

Steile These – und bitte die Erklärung dazu lesen! -, aber für mich sind die Steelers mehr oder weniger an einem Punkt angekommen, an dem sie die Regular Season komplett abschenken könnten/sollten.

Pittsburgh präsentierte sich in Northern New York zum zweiten Mal in Folge als nicht funktionierendes Football-Team, das zu viele Dinge, die man in der NFL mitbringen muss, nicht an den Tag legen konnte. Die zweite Saisonpleite war folgerichtig.

Mir ist es völlig egal, ob die Steelers die Regular Season 14-2 oder 11-5 oder irgendwo dazwischen beenden record-wise. Und im Front Office sollte genauso gedacht werden. Das Team ist momentan zu schwach, um eine Rolle um die AFC-Krone zu spielen. Weiterwursteln ist wenig sinnvoll.

Die Drops der Receiver waren in Buffalo zum wiederholten Male peinlich. Diontae Johnson, der völlig von der Rolle zu sein scheint, wurde folgerichtig nach einigen fallengelassenen Bällen früh gebencht. Einzig richtige Entscheidung von HC Mike Tomlin. TE Eric Ebron oder WR Chase Claypool könnten ihm folgen.

Nachdenken sollten die Verantwortlichen in der Steel City ENDLICH über die Rolle von WR James Washington, der (als einziger Passempfänger seit Mitte November) solide abliefert und niemals WR #4 sein sollte. Ich fordere nachhaltig mehr Snaps für ihn ein.

Und um gleich beim Thema zu bleiben: Die Geschichte, wie jung, dynamisch, talentiert und perfekt gedrafted der Wideout-Room der Steelers denn nicht ist, ist zu Ende erzählt:

Johnson ist seit Season-Mitte ein Totalausfall, Smith-Schuster spielt nur sporadisch überzeugend, seine Yards after the Catch fehlen völlig. Und Chase Claypool muss noch viel lernen, er ist noch nicht der Bringer zu dem er zu früh erklärt wurde. Auch WR/Returner Ray-Ray McCloud ist am Boden der Realität angekommen.

Die PFF-Rankings (= “Pro Football Focus”) für die Offense im Ligavergleich, die während des Bills-Match eingeblendet wurden, haben das Gefühl vieler Fans nur bestätigt: Die Steelers sind auf allen Ebenen – Line, Passspiel, Laufspiel (QB ausgenommen) – durchschnittlich bis richtig, richtig schlecht bewertet.

Ohne die Chance auf Ausreden wird immer klarer aufgedeckt, dass die Offense die Defense aktuell völlig im Stich lässt und eigentlich nicht konkurrenzfähig ist. Dass die Steelers in Week 14 einmal mehr den Ball im Laufspiel nicht bewegen konnten, brauche ich ja schon gar nicht mehr dazuzuschreiben.

Die Defense spielte bei den Bills eine feine erste Hälfte, erzwang zwei Turnover und hielt Buffalo-QB Allen mehr als in Schach. Aber wenn du NULL Unterstützung deiner Offense erwarten kannst, fällt bei den meisten Defenses im Laufe des Spiels alles zusammen. So war’s für die Steelers-Verteidigung nach der Pause, als Allen und Co. das Game spielerisch leicht in trockene Tücher packen konnten.

FAZIT

Die Steelers kommen außer Form und mit einfachsten Fehlern in der Grundlagen-Arbeit daher. Zudem hat eine Defense, die ich vom oberen Urteil ausnehmen muss, weil sie zumindest alles gibt und immer willig ist, mit einer Myriade an Verletzten und Angeschlagenen zu tun (gehabt). Dem kannst du irgendwann nicht mehr beikommen.

Die Steelers müssen jetzt einfach nur eines tun: Sie müssen ihre weitere Performance in der Regular Season hinnehmen, wie sie eben sein wird. Und sie müssen Leistungsträger langsam von Verletzungen wieder an bessere Form heranführen, um plötzlich und vielleicht ein bisschen “übersehen” in den Wildcards (es soll mir bitte keiner mit der Bye Week kommen!) voll da zu sein.

Skurrilerweise habe ich gar kein so schlechtes Gefühl, dass das klappen könnte. In der AFC werden sich so einige Playoff-Teams tummeln, denen die Steelers allemal beikommen können, wenn sie einer guten Postseason-Form jetzt alles unterordnen: Dolphins, Titans, Colts, Browns und ja, auch die Bills.

In Week 15 fliegt Black and Gold nach Cincy und sollte dort möglicherweise knapp gewinnen können. Einfach weil die Bengals seit dem Saison-Ende von QB-Firstrounder Joe Burrow nicht mehr konkurrenzfähig sind. Sollte es anders kommen, wär’s ein Dämpfer, aber kein Beinbruch. Im Jänner wird die Form zählen. Da – und nur da. Mein Gefühl für Cincinnati ist dennoch positiv (gerade weil man jetzt zweimal so unterirdisch drauf war und sich selbst was beweisen möchte):

25:17 Steelers

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Statement vor dem Bengals-Spiel: Schön, dass noch ein Bericht vor dem nächsten Game in der eigenen Division kommt!
    Die Niederlage gegen die Bills war für mich sehr ernüchternd, weil Black&Gold einfach nur schwach daher kam. Mir als Fan im Geiste eigentlich nur noch das Gedankenspiel kam, ist mein Team wirklich so schlecht, wenn es mal gegen einen guten und mehr als gleichwertigen Gegner geht? War der bisherige Erfolg nur dem Spielplan geschuldet? Ist jetzt nach der beeindruckenden Serie im Team die Luft raus und war es bis dahin nur ein Flow auf der oft glücklichen Erfolgswelle?
    Nach dieser Niederlage gegen die Bills, die eigentlich bei diesem Turnover-Start (wie auch bei einigen anderen Spielen diese Saison) gar nicht hätte sein müssen, wäre man in der Offense (ggf. mit einem 14:0) einfach nur effektiver gewesen wie in den Wochen zuvor, habe ich im Hinblick auf die Playoffs einfach nur ein schlechtes Gefühl!!
    Warum?! Weil man aktuell eher einen Rückschritt sieht. Der Gameplan scheint nun vom Gegner entschlüsselt. Die Offensive nur noch wenig überraschend. Und wenn man ohne Laufspiel überzeugen will, dann müssen die Receiver einfach 120% da sein- vom Kopf her, professionell auf dem Platz von der ersten bis zur letzten Minute und einfach mal seinen Profi-Job erledigen…Gaudi und Party machen kann man machen, wenn der Erfolg überzeugend wieder zurück ist.
    Die Vorstellungen seit dem Washington-Spiel wirken langsam blamabel (ausgenommen die Defensive, die halt ab und zu auch ihren Aussetzer für schnelle Punkte des Gegners hat / hochkarätige Verletztenliste schmerzt langsam extrem) – wie konnte es bei dieser Spielweise 11 Spiele gut gehen?! Ich hatte gegen die Bills eigentlich mehr Feuer erwartet. Eine kleine Ego-Heilungs-Show on Turf nach dem misslungen Heimauftritt. Ausgang bekannt!
    Nach emotionalen Wochen ist nun Ernüchterung eingetreten. Wir bauen gefühlt ab und viele Playoff-Gegner scheinen langsam stärker zu werden. Vielleicht kann das Bengals-Spiel wieder die Mannschaft mehr fokussieren. Und vielleicht kann der Fan-Wunsch in Erfüllung gehen und ein genialer Matchplan für die Playoffs befindet sich in der Schublade der Verantwortlichen.

    Statement nach dem Bengals-Spiel: Ohne Worte oder WTF. Als Außenstehende könnte man den Verdacht erwägen, dass intern nicht mehr alles so stimmt wie zu Beginn der Saison. Entweder in der Mannschaft oder/und Coaching-Staff. Das 3. Spiel gegen einen erneut machbaren Gegner so zu verkxxxen läßt einen Fan seit 1991 ohne Erklärungen zurück. Vom Auftritt her muss man sich dann noch eher eingestehen (oder noch warm anziehen), dass sie sogar den Divisionstitel nun verspielen. Das Steelers-Herz schmerzt extrem, und das ohne Ausblick auf Änderung vor der Brust (Colts, Browns)…

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