Patriots-Gastbeitrag: The Sequel

Patriots-Gastbeitrag: The Sequel
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Daniel Kunc ist wieder am Wort und analysiert den ungebremsten Erfolg der Patriots und warum ihre Division nicht so wenig damit zu tun hat.

Die Bills sind mit ihrem aktuellen 5-1-Rekord übrigens komplett außerhalb der Norm, hatten aber standesgemäß ihr schwächstes Saisonspiel zuhause gegen schlagbare Patriots und sind für mich momentan Edelkandidat auf ein Aus in der ersten Playoff-Runde. Apropos Playoffs: In ihren drei Auftritten verloren Buffalo und Miami übrigens ihr einziges Spiel, nur die Jets konnten 2011 zwei Spiele gewinnen und dabei die Patriots eliminieren. So viel dazu. (Steelers-Fans erinnern sich noch gut, da Pittsburgh dadurch völlig überraschend ein Heimspiel im AFC Championship Game erhielt – und auch gewann.)

What do I care about the East?

Jetzt kann aber der Einwand gebracht werden: “Was schert mich die AFC East? Um den Superbowl zu gewinnen, muss ich ohnehin jeden schlagen!” Was technisch gesehen natürlich richtig ist. Die Kardinalfrage, besonders bei den Patriots, ist allerdings immer: “WO muss ich jeden schlagen?” Denn die Patriots sind der beste Beweis dafür, dass in den Playoffs der Heimvorteil eine entscheidende Rolle spielt. Die Patriots sind in diesem Jahrzehnt 12-2, wenn sie in den Playoffs in Foxborough (zuhause) spielen, 3-2 wenn sie auf neutralem Boden spielen (Superbowl) und 1-2 wenn sie auswärts ran müssen.

In einer Liga, in der sich der durchgehende Heimvorteil meist zwischen Teams entscheidet, die zwischen 12-4 und 14-2 liegen, ist es kein Nachteil, wenn man in der eigenen Division jedes Jahr 5-1 geht. Steelers-Fans kennen es am eigenen Leib, wie zäh es ist, 2x im Jahr gegen die Ravens anzutreten, auch die Bengals waren lange Zeit eine harte Nuss (und dabei zählt die AFC North eher noch zu den “leichteren” Divisions). Da haben es die Jungs aus Boston deutlich einfacher.

Ein Junge namens Peyton

Die Geschichte hätte dabei ganz anders verlaufen können. Denn die AFC East, wie sie die meisten Football-Fans in Europa heute kennen, gibt es erst seit 2002 (ein nicht unbedeutendes Jahr für einen jungen Quarterback namens Tom Brady). Fun Fact: Seit damals hatte NIE (in Worten: Niemals, nada) ein Team einen besseren Division-Record als die Patriots. Zwar konnten die Jets 2002 und die Dolphins 2008 (Brady fiel fast das ganze Jahr aus) je einmal die Division gewinnen, jedoch nicht mit besserem Division Record als die Pats.

Vor 2002 bestand die AFC East nämlich aus fünf Teams. Erst nachdem die Houston Texans als Erweiterungs-Franchise in die Liga kamen, wurde die AFC East auf vier Teams reduziert. Das Team, das in die neu geschaffene AFC South musste: die Indianapolis Colts. Jep, die Indianapolis Colts mit Peyton Manning. Der Peyton Manning und seine Colts, die den Patriots wohl etwas mehr Probleme bereitet hätten. Ich möchte nicht an den Leistungen der Patriots und Tom Brady kratzen, Fakt ist aber, dass sie mit drei Teams aus extrem schwachen Märkten zusammengewürfelt wurden, während sie den Colts in absoluten Peak-Jahren entkamen.

Fazit

Man wird Geschichte nicht ändern können, und Was-wäre-wenn-Geschichten bleiben stets das: Gedankenspiele. Ich bin aber der Überzeugung, dass außergewöhnliche Dominanzen im Sport oft aus der Abwesenheit eines “natürlichen” Rivalen entstehen. Schumacher hätte ohne den Tod Sennas wohl mindestens zwei Weltmeistertitel weniger, die Sowjetische Eishockeymannschaft war bei den Olympischen Spielen auch deswegen fast 20 Jahre ungeschlagen, weil sie aufgrund des Amateur-Statuts als einziges Team mit Profis (“Staats-Amateuren”) auflaufen konnte. Und Brady hatte nun mal eine fast schon lächerliche Division, die ihm in den Playoffs oft Heimvorteil sicherte. Das heißt nicht, dass deswegen die Leistung weniger wert ist. Es wird sich nur in den Jahren nach Brady und Belichick zeigen, ob die NFL 2002 nicht vielleicht einfach auch eine Division sehr schlecht eingeteilt hat…

photo credit: pvsbond <a href=”http://www.flickr.com/photos/56141425@N00/30461420575″>Patriots Bengals</a> via <a href=”http://photopin.com”>photopin</a> <a href=”https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/”>(license)</a>

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