Game over: Steelers finishen 8-8 und ohne Playoffs

Game over: Steelers finishen 8-8 und ohne Playoffs
Copyright Photopin/Brook-Ward

Die Steelers verloren in Week 17 in Baltimore 28:10 und beenden die 2019er Season damit mit einem Record von 8-8.

Ein Sieg, der allerdings kaum im Bereich des Möglichen war, wäre bedeutungslos gewesen, da die Schützenhilfe von Houston ausblieb und sich die Titans locker für die Playoffs qualifizieren konnten, weil sie bei den Texans gewannen.

Die Niederlage bei den Ravens war für Pittsburgh das bittere Ende einer dreiwöchigen Losing-Serie, die das Schicksal eines Teams, das bei 8-5 stehend große Postseason-Hoffnungen hatte, besiegelte.

Verschiedenste Faktoren sind zusammengekommen, dass es zu diesem Record, diesen Resultaten und, ja doch, dieser Enttäuschung am Ende gekommen ist. Darauf möchte ich aber in einer Steelers-Saisonrückschau genau eingehen. Was ist gestern in Baltimore noch passiert, was erwähnenswert ist? Ich fasse es zusammen:

Zweiter Anzug der Ravens zu viel für Steelers

Die Rush-Defense hatte das ganze Spiel über Probleme mit dem Laufspiel der Ravens. Baltimore hatte wenig Mühe, auf über 6 Yards pro Carry zu kommen. Hier ausmanövriert zu werden, war aber kein Spezifikum der Steelers. Dominantes Laufspiel war das ganze Jahr über die Triebfeder dieses Ravens-Teams.

Bezüglich der Steelers-Offense war es leider ein nahtloses Fortsetzen der zahnlosen wie schwachen Auftritte gegen die Bills und die Jets. Devlin Hodges sah sich zwar einigen Backups der Ravens gegenüber. Er konnte daraus aber kein Kapital schlagen – dynamische Big Plays gab es faktisch nicht. 3rd and longs, die nicht converted werden konnten, waren die Regel und erstickten jeden Rhythmus, den die Offense vielleicht hätte finden können.

Der heftige Regen war sicher einem schönen Spiel nicht zuträglich. Und so versuchten die Steelers früh, auch den Lauf über RB Benny Snell zu etablieren. Das gelang mit moderatem Erfolg, Snell hatte einige gute Rushes dabei und verzeichnete auch den einzigen Steelers-Touchdown des Abends. Ich bin an dieser Stelle noch unentschlossen, ob mich Snell für diese abgelaufene Season enttäuscht hat oder ob ich doch genügend Potential erkennen konnte.

Neckbreaker kurz vor der Pause

Als ich Hälfte eins schon als “war okay, mehr war nicht zu erwarten” abspeichern wollte, fumbelte Duck Hodges eine Possession zu den Ravens, welche diese sodann zu einem TD nutzten. Die Steelers mussten in der Folge mit einem Rückstand von zwei Scores (16:7) in die Pause gehen, was eigentlich schon die Vorentscheidung war in diesem Game, wenn man die Schlagkraft der Offense realistisch einzuschätzen wusste.

Ravens-Backup-Quarterback Robert Griffin III musste kein besonderes Game abliefern, um die Steelers zu besiegen. Er war meist mit Ballübergaben an die Running Backs beschäftigt und verwaltete das Game – was gegen Pittsburgh mehr als genug war.

Wie schon die ganze Saison über veränderten die Steelers über die Halbzeit ihren Offensive Gameplan, der nicht funktionierte, nicht – oder es war nicht zu bemerken. Der erste Drive nach der Pause wurde einmal mehr mit einem schnellen 3 and out beendet. Ein guter Drive on Offense pro Spiel und jegliche fehlenden Adaptierungen des Gameplans – das ist einfach zu wenig, um entscheidende Spiele zu gewinnen und/oder sich ein Ticket für die Playoffs zu verdienen.

Devlin Hodges war eine coole Story innerhalb dieser Steelers-Season. Ist man ehrlich, ist Hodges aber ein QB ohne die nötige Kraft im Arm, die man auf NFL-Level braucht. Neben der fehlenden Gefahr von Deep Balls war er auch bei kürzeren Routen oft ungenau und ließ die nötige Wurfhärte in seinen Würfen vermissen.

Die Zukunft von Duck

Dauerhaft ist es in dieser Liga fast nicht machbar, ein Team siegen zu sehen, dessen Quarterback limiert ist und nur auf Checkdowns wirft. Ich wünsche Duck alles Gute, aber ich glaube, dass er diese League bald wieder verlassen könnte oder maximal das Potential für einen QB3 oder einen Camp Body irgendwo hat.

Die Defense spielte im M&T Bank Stadium ein solides Spiel. TJ Watt schlug einmal mehr einen Fumble frei, diesmal von Ravens-RB Gus Edwards. Die Offense verwertete den Ballbesitz aber nur zu einem Field Goal.

Alles in allem ist es schade und birgt sogar eine gewisse Ironie in sich, dass die Steelers nach vielen Jahren wieder eine Top-Defense stellten, diese ihnen aber nicht zu einer Playoff-Teilnahme verhelfen konnte. Die Aussagen, dass ein nur halbwegs gut aufgelegter Ben Roethlisberger mit dieser Defense recht locker in die Postseason spaziert wäre, halte ich für akkurat. Sie sind jedoch trotzdem hypothetisch.

Die Ravens spielten bei 19:10 ein 4th Down an der eigenen 11 aus. Klarer kann man nicht zeigen, wie wenig Respekt man an dem Tag vor Pittsburgh hatte. Ich hoffe, die Steelers merken sich dieses Play, das nichts anderes als eine Frechheit war, und nutzen es als Motivation für künftige Ravens-Games in der Zukunft.

Finaler Ausgang dann faktisch egal

Das Spiel endete mit einer Reihe bizarrer Plays: einem Muffed Punt von Punter Jordan Berry (kein Vorwurf aber bei diesem miserablen Wetter), den die Ravens zu einem TD zurücktrugen und einem Safety in der Endzone aufgrund einer Strafe.

Zu dem Zeitpunkt waren die Steelers aber jedenfalls im Bild über den Stand im Titans-Game und hatten mitbekommen, dass es ein gebrauchter Arbeitstag ist.

Im Endeffekt ging die Leistungskurve (der Offense) in der finalen Phase von 2019 komplett in die falsche Richtung. Dass die Playoffs daher ohne die Steelers stattfinden, ist gerecht und folgerichtig.

 


Steeler of the Week

Devin Bush

TJ Watt lieferte in Baltimore ein Splash Play mit einem Forced Fumble ab (einmal mehr…), wirkte aber bisweilen überdreht und verursachte einige Strafen.

Devin Bush, dessen Statistiken ich mir über die Season hinweg noch genauer anschauen muss für eine genaue Analyse, stellte seinen Mann in einem Game, in dem es fast nur ums Stoppen des Runs ging. Am Ende standen 12 Tackles beim Rookie-First-Rounder des 2019-Drafts, elf davon solo. Sicher war nicht alles perfekt und es waren Missed Tackles dabei. Aber dennoch war Bush oft an den Spots, wo es was zu verteidigen gab.

Menü schließen