Fourth in a Row: Steelers bezwingen auch die Rams

Fourth in a Row: Steelers bezwingen auch die Rams
Copyright Brook-Ward

Eine Dink-and-Dunk-Offense mit sehr ungewohnten Gesichtern, den Gegner trotz Überlegenheit nicht “weggespielt”, ein bisschen Glück benötigt – und am Ende doch gewonnen. Das umreißt in etwa den knappen 17:12-Sieg der Steelers gegen die Rams.

Und um ehrlichen Credit auch loszuwerden: Es war nicht schön oder ein Spektakel, aber Leistungen mit derlei Aufopferung und Herzblut wissen Steelers-Fans zu schätzen.

Ich habe mir eine Menge Notizen während dem Game gemacht, als let’s get to it:

  • Das Game begann für die Steelers in der ersten Offense-Serie inferior. C Maurkice Pouncey übersnapte Mason Rudolph, Rams-DE Dante Fowler schnappte sich den Fumble und scorte einen Touchdown. Das frühe 0:7 sollte Pittsburgh aber nicht verzagen lassen.

  • Die Steelers-Offense war das ganze Spiel über nicht schön anzuschauen, hatte mit einer Menge Drops und kurzgeratenen Plays zu kämpfen. Aber trotz der fehlenden Splah Plays gelang James Washington im ersten Viertel ein schöner Touchdown-Catch zum Ausgleich. Auch Strafen der Rams hatten diesen Scoring-Drive begünstigt.

  • Herzstück und Signature-Mannschaftsteil Pittsburghs ist neben einer stark verbesserten Secondary auch nach dem Saison-Aus von DE Stephon Tuitt der Pass Rush. Die D-Line und die Outside Linebacker setzten – was auch klar der Gameplan war – QB Jared Goff das ganze Spiel derart zu, dass dieser nie Zeit hatte für tiefe Routen. Wenn die Steelers-Rusher eine gegnerische O-Line derart bearbeiten und dominieren können, haben die Steelers gegen viele Gegner in dieser League eine Chance.

  • Das Rungame Pittsburghs (42 Yards aus 27 Carries) war katastrophal und ist wohl als DAS große Sorgenkind zu bezeichnen im Hinblick darauf, dass man 2019/20 noch was erreichen möchte. Klar, die Running-Back-Group hatte Verletzungen wegzustecken. Dennoch: Ihre schwache Performance gestern –  und jene der Blocker ebenso – war Mitgrund, dass die Rams immer in Schlagdistanz blieben. Spielt ein Youngster auf Quarterback (wie Rudolph bei den Steelers), MUSS das Running Game da sein, um ihn bisweilen zu entlasten. Nur so werden die Steelers zu nachhaltigem Erfolg kommen.

  • WR Diontae Johnson hatte früh einen hässlichen Drop, verzeichnete dann aber auch eine Menge feiner Plays. Man kann das Argument ins Treffen führen, dass Johnson aktuell der Steelers-Wideout mit der besten Formentwicklung ist.

  • Bedingt durch das faktisch völlig fehlende Laufspiel brannten die Steelers ein 3-Yard-Gain-Feuerwerk on Offense mit einer Menge kurzen Pässen und viel zu vielen Strafen ab. RB Jaylen Samuels bekam einmal mehr viele Touches, machte aber nichts daraus. Samuels kann ein Puzzleteil hinter RB James Conner sein, für eine Featured Role bringt er aber zu wenig Talent mit.

  • In Hälfte eins hatte ich das Gefühl, dass Joe Haden nicht auf der Höhe ist (er fing einmal mehr eine machbare INT nicht) – ich musste meine Meinung in Hälfte zwei aber diametral ändern. Denn da spielte der Corner eine herausragende Partie, war bei mehreren Pass Breakups im Bilde und verzeichnete auch ein Turnover. Hut ab vor dieser Leistungssteigerung.

  • Die FOX-Kommentatoren gestern, die ich im Übrigen sehr kundig und gut fand die meiste Zeit über, haben es anklingen lassen: Der Terminus “Fitzmagic” wird wohl bald von QB Ryan Fitzpatrick zu S Minkah Fitzpatrick wandern. Sein Score vor der Pause sollte sich als entscheidend für diese Partie erweisen, mehr zu ihm weiter unten.

  • Der Pass Rush der Steelers ist wohl auch deshalb so stark gegen so viele Gegner und kann den Loss von Tuitt verkraften, weil OLB Bud Dupree ENDLICH wie ein First Rounder agiert, Plays macht und oft gegen den Lauf in Position ist. Ich habe Dupree oft kritisiert, aber die Steelers hatten recht, seine Fifth-Year-Option zu ziehen.

  • Rudolph hatte auch gestern zu viel Last auf seinen Schultern – und ich verstehe einen konservativen Gameplan für ihn auch ein Stück weit, um ihn nicht in Fehler zu zwingen. Aber bei 3rd and 13 ein Pass in die Flat und hinter die Line of Scrimmage ist bisweilen halt schwere Kost. Da muss der Fan erst lernen, dass dort eben gerade nicht Big Ben, sondern ein junger Newcomer spielt am Feld.

  • Mason Rudolph zog, wie schon gegen die Colts, einen Safety (bei unglücklichem Playcalling, nämlich Play Action in der Endzone, die die Rams durchschauten). Solche Punkte – und der verlorene Ballbesitz danach – können in engen Spielen für Niederlagen sorgen. Die Steelers müssen diesen Trend stoppen, so leichtfertig Scores abzugeben.

  • Was für ein Call von Head Coach Mike Tomlin, im 4. Viertel ein 4th and 1 tief in der eigenen Hälfte auszuspielen! Hätte es nicht geklappt, hätte man ihn in der Luft zerrissen, so war es ein Mitgrund für den Sieg. Der Erfolg gibt einem halt immer recht.

  • Pittsburgh bekam zwar jede Menge Strafen gegen sich verhängt, hatte aber in einigen entscheidenen Situationen (Fumble von Goff vor dem Fitzpatrick-Score, Trey-Edmunds-Fumble nach Interception bei einem Fake-Punt) Glück, dass die Refs diese Sachen für Black and Gold interpretierten. Nimmt man, wie gegen die Colts, natürlich so mit, aber ich fürchte, die Zuneigung Fortunas könnte dann auch bald mal aufgebraucht sein.

Steeler of the Week

Minkah Fitzpatrick

What can I say … Back-to-back Weeks, nach denen Minkah Fitzpatrick mein Steeler of the Week ist – aber wie kann es auch anders sein? Fitzpatrick hatte auch gegen die Rams wieder zwei Takeaways zu verzeichnen: einen recoverten Fumble, den er für einen Touchdown zurücktrug, und eine Interception, die das Game beendete.

Spielt er auf diesem Niveau weiter und verzeichnet er regelmäßig solche Gamechanging Plays – ja, jetzt kommt ein Vergleich mit einer Franchise-Legende – ist Fitzpatrick definitiv der Defensive Back, der nach langen dürren Jahren on the Backend endlich an Troy Polamalu erinnert.


Wo die Steelers diese Woche ansetzen müssen:

  • Alles in allem hat die Defense gegen die Rams überragend agiert, aber wenn man etwas bekritteln möchte, wäre es, dass LB Mark Barron in Coverage wieder ein, zwei Mal zu leicht was zugelassen hat. Barron war gegen sein Ex-Team nicht per se schlecht (zehn Solo-Tackles), an seinen Coverage-Skills muss er aber bitte fleißig arbeiten. Und am Tackling auch.
  • Abgesehen davon, dass das Steelers-Return-Game nur extrem wenige (wenn überhaupt) gute Plays in dieser Season erzielen konnte, darf nicht angesehen, was gestern passiert ist: Ich glaube, es war Diontae Johnson, der nach dem Fangen des Punts eingekreist wurde, das Play aber nicht beendete, indem er down ging – und so einen Fumble verursachte. LB Vince Williams musste in höchster Not recovern. Auch das haben sie auf FOX richtig gesagt: Ein Play bitte auch mal beenden, wenn nichts mehr rauszuholen ist!
  • Mason Rudolph zeigte in ein, zwei Ansätzen zumindest den Willen für das, was ich letzte Woche gefordert habe: dass er mehr rushen soll. Diese Plays gingen zwar nicht auf und er wurde jäh gestoppt, aber es bietet sich an, Quarterback-Runs einzustreuen, weil ihm oft in Man-to-man-Coverage die naheliegenden Routen rasch verbaut werden (die Gegner wissen ja auch schon, wie Pittsburghs Offense aktuell gerne agiert).
  • Die Steelers bekamen zu viele Holding-Strafen gegen sich verhängt, diese wurden bisweilen aber auch zu schnell gegeben. Die NFL muss hier aufpassen, die Fans nicht weiter mit zu vielen geworfenen Flaggen zu ärgern. Bitte nur eine Strafe aussprechen, wenn es offensichtlich ein Vergehen war – und im Graubereich weiterspielen lassen!
  • Der Snap, als Vance McDonald im Backfield als Running Back war, war mehr Freakshow als irgendwas sonst. Auf solchen Unsinn sollten die Steelers verzichten.
  • Ryan Switzer, der angeschlagen raus musste, ist einfach kein dynamischer Return Man. Er macht nicht viele Fehler, man traut ihm aber nicht zu, mal einen 25- oder 30-Yard-Return zu schaffen. Die Steelers haben das auch erkannt und erproben ja schon während der Games Alternativen zu ihm.

photo credit: Brook-Ward <a href=”http://www.flickr.com/photos/57915000@N02/48968349428″>JuJu</a> via <a href=”http://photopin.com”>photopin</a> <a href=”https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/”>(license)</a>

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