Zu schwache Offense: Steelers schütten gegen Buffalo aus

Zu schwache Offense: Steelers schütten gegen Buffalo aus
Copyright Brook-Ward

Analysen schreiben nach Niederlagen ist definitiv mühseliger als nach Siegen, aber auch das gehört erledigt.

Die Steelers haben Sunday Night zuhause gegen die Buffalo Bills eine rundum zu schwache Leistung on Offense abgerufen über 60 Minuten und folgerichtig verloren.

Vor allem QB Devlin Hodges, hinter dem sich die Steelers Community zuletzt versammelt hatte, erwischte einen gebrauchten Tag und zeichnete für viele Fehler und Turnover verantwortlich:

  • Die erste Interception des jungen Quarterbacks fiel da ganz zu Beginn noch nicht ins Gewicht, kam sie doch bei 3rd Down bei einem weiten Pass und war wie ein Punt zu werten.

  • Apropos Punt: Jordan Berry servierte den Bills mit einem katastrophalen Punt, der nur 20 Yards weit flog, den ersten Score des Spiels, konnte Buffalo seinen Drive danach ja in der Steelers-Hälfte beginnen. Es war, nach dem peinlichen Fake Punt gegen Arizona, der zweite eklatante Schnitzer von Berry in Back-to-back-Games.

  • Den Touchdown im folgenden Bills-Drive lief Josh Allen per QB-Run in die Endzone. Die Steelers ließen sich nach dem Turnover durch schlechte Laufverteidigung zu schnell und leichtfertig an der Goalline festnageln.

  • Den Bills gelang es das ganze Spiel über, immer wieder auf ihr Laufspiel zurückzugreifen, wenn sie es brauchten. Zwar rissen die Gäste in puncto Yardage keine Bäume aus – das mussten sie aber auch nicht.

  • Pittsburghs Offense war das ganze Spiel so gehemmt und fehleranfällig, dass Buffalo nicht allzu viele gefährliche Throws nehmen oder “from behind” spielen musste.

  • Dass das Team von Mike Tomlin überhaupt bis zum Ende in diesem Game drinnen war, war einmal mehr der Defense zu verdanken, welche zwar um den Ticken zu viele Rushing Yards zuließ, Buffalo aber sonst nicht groß zur Entfaltung kommen ließ. Drei Scoring Drives (zwei Touchdowns) abzugeben, wenn deine Offense gar nichts zuwege bringt, ist immer noch ein bemerkenswerter Schnitt.

  • Die Defense Pittsburghs beendete zwei Drives der Bills in beeindruckender Manier, TJ Watt schlug einen Fumble frei und Steven Nelson interceptete Josh Allen. Es sollte aber zu wenig sein, weil die eigene Offense den Ball fünf Mal an den Gegner abtrat.

  • Pittsburgh hält damit weiterhin klar den Record als das NFL-Team von allen 32 mit den meisten Turnover-Games in Serie. Eine peinliche wie traurige Randnotiz.

  • Für mich war ein eklatanter Unterschied in einem Game, das total von den Defenses dominiert wurde, der Start der Drives on Offense: Die Steelers brachten sich (wie schon so oft diese Season) durch schlechtes Playcalling oder schwaches Exekutieren der Plays um Yard-Gewinn on First Down. Für eine Offense, die so shaky ist wie jene der Steelers, sind 2nd and 12 oder ähnliche Downs schon fast gleichbedeutend mit dem Ende des Drives.

  • Die Bills hingegen bewegten den Ball, wie schon oben angedeutet, im Laufspiel wesentlich besser bei den Einstiegs-Downs. Klar, Buffalos Offense gehört genauso wenig wie die von Pittsburgh zu den passablen der Liga. Aber es macht so SOOO viel aus, ob du nach First Down bei 2nd and 12 oder 2nd and 5 stehst, wenn du keine großen Waffen auf dieser Seite des Balles hast.

  • An zwei Wildcard-Snaps kann ich mich erinnern, die Pittsburgh spielte. Beide gingen katastrophal daneben und vor allem der zweite tat beim Zuschauen richtig weh: Pittsburgh stand nach der Nelson-INT in der Redzone, entschied sich aber zu einem Handoff von RB Conner (auf der QB-Position den Snap nehmend) zu WR Diontae Johnson. Johnson fumbelte den Ball weg und die Steelers schmissen sichere Punkte in einem Low Scoring Game weg.

  • Johnson erwischte überhaupt einen Abend zum Vergessen. Auch zu Beginn der zweiten Hälfte ließ er sich den Ball freischlagen, WR Tevin Jones konnte aber recovern.

  • Der Drive blieb folglich am Leben und es sollte der beste des Abends für die Gastgeber werden. RB James Conner trug am Ende einen Pass von Devlin Hodges in die Endzone. Pittsburgh führte plötzlich 10:7, zwang Buffalo gleich danach zu einem Turnover (der erwähnte Fumble durch TJ Watt) und hätte das Spiel an diesem Punkt kontrollieren können/sollen.

  • Was kam, war aber für mich der Changing Moment dieser Partie. Devlin Hodges warf, mit guter Feldposition und der Chance, die knappe Führung auszubauen, eine fürchterliche Interception (seine zweite, zwei weitere sollten folgen) auf Corner Tre’Davious White. White trug den Pick bis in die Redzone, Buffalo glich per Field Goal auf 10:10 aus.

  • Warum Pittsburgh (mit Roethlisberger, Rudolph und auch Hodges, ganz egal) immer wieder die besten Defensive Backs – und White ist glaskar der beste Buffalos – anwirft, ist mir ein Rätsel. Was soll das? Will man hier irgendetwas beweisen? Es ist einfach dumm, den Gameplan hier nicht anzupassen. Differencemaker wie White sollten gemieden und nicht zu Plays eingeladen werden.

  • Die Bills waren in der zweiten Hälfte das Team on Offense, das weit weniger Fehler machte. Und diesen Umstand nutzten sie aus, als TE Tyler Kroft im Schlussabschnitt das 10:17 per TD-Catch nachlegte.

  • Vom neuerlichen Rückstand konnte sich Pittsburgh nicht mehr erholen, weil der Offense einfach die Klasse und die Reife fehlte an diesem Abend. Hodges warf noch zwei weitere Picks und konnte Black and Gold nicht mehr in die Nähe des Ausgleichs bringen.

Steeler of the Week

TJ Watt

Ich weiß es nicht auswendig, ob ich TJ Watt schon mal für diese Rubrik ausgewählt habe. Falls nicht hat es nun auch die Summe seiner Leistungen gemacht, dass er mal Steeler of the Week wurde.

Watt steuerte gegen Buffalo einen geteilten Sack, einen aggressiv freigeschlagenen Fumble und das eine oder andere tolle Tackle for Loss bei. An ihm und der restlichen Defense lag es nicht, dass gegen Buffalo am Ende eine enttäuschende Pleite stand.


Wo die Steelers diese Woche ansetzen müssen:

Am Ende komme ich zunächst einmal mehr auf meine speziellen Freunde zu sprechen: WR Johnny Holton sollte nicht für die Steelers oder sonst wen in der NFL spielen. Möglich, dass er in Punt Coverage und on Special Teams das abruft, was das Team will. Aber seine Fähigkeiten on Offense sind so limitiert, dass ich den Roster Spot für ihn nicht verstehe.

Für RB Jaylen Samuels gilt exakt dasselbe – und das habe ich schon zur Genüge dargelegt. Die Wildcat hat mit ihm in Week 4 gegen die Bengals einmal geklappt, sonst ist Samuels so ziemlich alles schuldig geblieben diese Saison.

Die Steelers müssen für die nächsten beiden Wochen dran arbeiten, konstant zumindest zwei oder drei Yards pro Laufspielzug abrufen zu können. Das Power Running und die Konstanz waren hierfür das ganze Jahr über nicht da, dennoch muss dies das Ziel sein.

Bud Dupree hat zum wiederholten Male eine vermeidbare Offside-Strafe verschuldet. Sicher zum dritten oder vierten Mal diese Season. Die Bills standen vor der Strafe 3 and 8 – ein Down für den Pass Rush der Steelers. Das darauffolgende 3rd and 3 haben sie locker convertet.

Der Fokus diese Woche muss darauf liegen, eine unbändige Siegermentalität zu entwickeln. Denn es sind nur noch zwei Wochen zu gehen – und du musst wohl bei den Ravens und bei den Jets gewinnen, um das Playoff-Ticket zu lösen. Klare Vorzeichen also.

photo credit: Brook-Ward <a href=”http://www.flickr.com/photos/57915000@N02/36543382603″>Villanueva</a> via <a href=”http://photopin.com”>photopin</a> <a href=”https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/”>(license)</a>

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