Divisional Round: meine Tipps für die Playoffs Part 1

Divisional Round: meine Tipps für die Playoffs Part 1
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Ich glaubte, letzte Woche vier gut begründete und aus Überzeugung so abgegebene Tipps für die Wildcard-Playoffs deponiert zu haben. Einzig meine Ausbeute mit 1-3, als drei falschen und nur einem richtigen Guess, ist natürlich ernüchternd.

Bei den Auswärtsspielen Tennessees und Minnesotas habe ich auf klare Niederlagen dieser Teams getippt – es kam aber anders. Die Geschmähten mögen es mir verzeihen. Ich greife für die Divisional Round neu an und probiere es mit frischen, hoffentlich treffenderen Tipps:

 

Minnesota Vikings @ San Francisco 49ers

Ich werde das Gefühl nicht los, dass von den Divisional-Round-Matchups – ganz in der “Tradition” der Wildcard-Games – zumindest drei sehr eng ablaufen könnten, wenn nicht sogar alle vier. Starten könnte der Reigen enger Spiele gleich im Heimspiel von NFC-West-Champ San Francisco gegen die Minnesota Vikings.

Die Vikings haben letztes Wochenende einen beeindruckenden Sieg bei Drew Brees‘ Saints gefeiert und kommen als gefährlicher Außenseiter in die Bay Area. Unterschätzt werden sie von den Niners nach dem Upset in den Wildcard-Games sicher nicht. Bei Minnesota sind die Wideouts Adam Thielen und Stefon Diggs angeschlagen. Ich gehe aber ganz stark davon aus, dass sie einen Weg finden werden, um zu spielen. Die Vikings, angeführt von QB Kirk Cousins, der in New Orleans endlich in einem Big Game dick da war, sehen sich die zweite Woche in Serie einer mächtigen Offensiv-Macht gegenüber gegen die es einen perfekten Gameplan brauchen wird, um auswärts bestehen zu können.

Motor der Minnesota-Offense war zum Playoff-Auftakt ein Running Back, Dalvin Cook. Bei der Offensive der Gastgeber verhält es sich auch so, dass das treibende Element für Dominanz ein starkes Run Game verteilt auf mehrere Köpfe darstellt, das in der Folge das Passing Game öffnet. Ob Tevin Coleman, Raheem Mostert oder Matt Breida – Niners-Head-Coach Kyle Shanahan hat es 2019 vorzüglich geschafft, mehrere Rusher bei Laune zu halten und zu guten Leistungen anzuspornen. Auch auf QB Jimmy Garoppolo war beim 13-3-Run des Teams oft Verlass. Seine Passempfänger sind mit WR Deebo Samuel (der immer besser wurde im Laufe der Season), Emmanuel Sanders, der Mitte der Saison via Trade von Denver kam und Tight-End-Star George Kittle keine schlechten.

Die 49ers sollten für ihren Pass Rush einen angeschlagenen Dee Ford zurückbekommen, vielleicht reicht es sogar für Linebacker Kwon Alexander, der von der Injured Reserve aktiviert werden müsste. Das Heimteam geht nach seiner Bye ausgeruht ins Game, wird aber darauf bedacht sein müssen, die Vikings von ihrem Spiel abzuhalten: via Laufspiel die Uhr kontrollieren und einer dynamischen Offense des Gegners die Possessions minimieren. Ich glaube, dass San Francisco die Waffen und die Spielanlage hat, um in der enorm starken NFC bis in den Super Bowl durchzugehen – aber die Vikings sind keine Laufkundschaft. Dennoch sehe ich einen knappen Niners-Win, der im 4. Viertel sichergestellt wird.

Niners 26, Vikings 21

 

Tennessee Titans @ Baltimore Ravens

Der Sieg der Titans in New England war unter den Schockern der Season und hat medial – vor allem wegen der Spekulationen um Tom Brady – höchste Wellen geschlagen. Die Titans treffen nun auf das Top-Rushing-Team der NFL und den #1 Seed der AFC, die Ravens. Baltimore ist komplett anders zu spielen als New England, weil offensiv gefährlicher, aber mit schwächerer Defense als die Patriots. “Schwächer” ist aber nur bedingt zutreffend, weil gerade die Secondary Baltimores ein guter Mannschaftsteil ist. Safety Earl Thomas oder den Cornern Marlon Humphrey oder Marcus Peters traue ich jederzeit gamechanging Plays zu.

Wenn das Spiel früh in Richtung Tennessees fällt, sollten die Gäste nicht darauf angewiesen sein, groß zu passen, weil sie da einen bestimmten Jemand auf Tailback haben, der momentan der vielleicht dominanteste Player der NFL ist: Derrick Henry. Henry walzte mit über 200 Scrimmage-Yards über die Patriots hinweg, seine Fähigkeit, aus faktisch jedem Play zumindest vier, fünf Yards herauszuquetschen, war in diesem Game schlicht beeindruckend. Es war auch eine großartige Leistung der Titans-Offensive-Line, die mit New Englands Front Seven teilweise machte, was sie wollte. Dieses Game werden aber auch die Ravens gesehen haben, die töricht wären, nicht hart gegen Henry zu gameplannen.

Genau das wird so passieren und die Ravens werden mit einer Loaded Box darauf warten, dass Tannehill sie schlagen muss, so sie Henry in den Griff kriegen. Einzig: Auch Tannehill hat in der zweiten Saisonhälfte unter Beweis gestellt, dass er durchaus Spiele für sein Team gewinnen und fette Nummern aufs Scoreboard zaubern kann. Deswegen, weil die Titans-Offense zweidimensional sein kann bei Bedarf, räume ich Tennessee in Maryland Chancen ein.

Dominantes Laufspiel als Masterplan Nummer 1 wird, da braucht man kein großer Messias zu sein, auch der Ansatz der Ravens-Offense sein. QB Lamar Jackson hat sich die gesamte Season über als mobiler Quarterback hervorgetan, der mit seinen Beinen den Unterschied ausmachen kann. Die Ravens konnten gerade auch wegen seiner Talente den Ball in vielen Spielen beliebig in den eigenen Reihen halten und große Führungen durch lange Drives erzielen. Das Team startete in vielen Games sehr gut und lag oft im ersten Quarter schon mit mehreren Scores in Front. Allerdings ist aus dem Ravens-Camp zu vernehmen, dass RB Mark Ingram immer noch nicht richtig fit ist, was der Offense, so er nicht mitspielen kann, einen Stich versetzen könnte, weil Ingram schlicht besser ist als seine Backups.

Key für die Titans wird und muss es sein, die Ravens keinesfalls früh davonziehen zu lassen, weil die sich, so das passierte, als faktisch unschlagbar erwiesen haben. Muss Baltimore aber Catch-Up spielen (Week 4 gegen Browns, letzte Playoffs gegen Chargers), sind die Ravens bisweilen verwundbar, weil sie das nicht so gut können. Ich traue Tennessee zu, die Zuseher im Stadion durch konstant lange Drives schön aus dem Spiel zu nehmen und die Partie über Henrys Läufe lange eng zu gestalten. Am Ende wird dennoch Baltimore aufsteigen.

Ravens 29, Titans 24

photo credit: beefy_n1 <a href=”http://www.flickr.com/photos/8697781@N06/5136409768″>NFL @ Wembley Oct 2010</a> via <a href=”http://photopin.com”>photopin</a> <a href=”https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/”>(license)</a>

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