Super-Bowl-Run? Auf diese Defender setzen die Steelers

Super-Bowl-Run? Auf diese Defender setzen die Steelers
Copyright Brook-Ward

So einige NFL-Affine legen sich vor dieser Season fest, dass es die Defense ist, welche das Prunkstück bei den Steelers darstellt. Gerade auch, weil QB Ben Roethlisbergers Leistungsfähigkeit noch mit Fragenzeichen versehen ist und die Defense eine struggelnde Offense schon 2019 lange auf Playoff-Kurs gehalten hat.

Kommen wir also zu einer Einschätzung der Schlagkraft der einzelnen Positionsgruppen auf der defensiven Seite des Balles:

DEFENSIVE LINE

DE Stephon Tuitt hat sich letztes Jahr früh in der Season schwer am Brustmuskel verletzt und konnte nicht mehr zurückkehren. Ist er aber fit – und als Steelers-Fan neigt man dazu, dies zu wenig zu schätzen – sind er und DE/DT Cam Heyward in der 3-4-Base-Defense eine Force, die NFL-weit zu fürchten ist. Heyward geht als Leithammel voran, ist irrsinnig beliebt (und leider in seinem letzten Vertragsjahr), beide spielen stark gegen den Lauf und teilen ein großes Talent fürs Pass Rushen. Mit den beiden in üblicher Form wird Black and Gold einen Weg finden, NT Javon Hargrave (nun Eagles) zu ersetzen. Bewerber um die Rolle als Nose Tackle gibt es so einige, allesamt aber dürften schlechtere Pass Rusher als Hargrave sein. Routinier Tyson Alualu könnte so etwas wie die sichere Lösung sein. Aber auch Ex-Raven Chris Wormley, der via Trade in der Offseason kam, Isaiah Buggs oder Hüne Dan McCullers muss man Chancen zubilligen. Key für diese Unit ist die Gesundheit von Tuitt und Heyward – und die Maßgabe, Zweitgenannten noch einige Jährchen unter Vertrag zu nehmen, weil er schlicht unverzichtbar für dieses Football-Team ist.

LINEBACKER

Ich subsummiere die ganze Gruppe hier in einem Abschnitt, weil Outside Linebacker in der modernen NFL ja inzwischen weit mehr sind als einfach nur Rusher – und Inside Backer mehr tun, als nur gegen den Lauf zu verteidigen. Die Mischung bei den Linebackern gefällt mir für diese Season eigentlich wirklich gut. TJ Watt und Bud Dupree haben 2019 beide für über zehn Sacks gesorgt und waren damit im Liga-Vergleich hervorragend unterwegs. Dupree konnte nur via Franchise Tag in der Steel City behalten werden und könnte mit einer weiteren guten Spielzeit einen hochdotierten Vertrag außerhalb von Pittsburgh bekommen. Denn: TJ Watt dürfen und werden die Verantwortlichen nicht gehen lassen – er wird zeitnah einen gewaltigen Kontrakt abstauben. Und ihn und Dupree zu bezahlen, können sich die Rooneys innerhalb des Salary Caps ziemlich sicher nicht leisten.
Pass Rush als Stichwort – ein guter Blitzer aus der Mitte heraus ist auch ILB und Veteran Vince Williams, inzwischen ob seiner Erfahrung auch ein Vocal Leader im Team. Neben ihm wird 2019-First-Rounder Devin Bush der zweite Starter sein. Bush hat mir in der abgelaufenen Saison ein bisschen weniger gut gefallen als den meisten Experten, die ihm viel Lob zukommen ließen. Denn klar, er hat fraglos gut begonnen und war am Erzwingen von Turnovern beteiligt. In der zweiten Saisonhälfte waren aber weniger Big Plays dabei und er war in Coverage so einige Male nicht in Position. Rookie-Mistakes, keine Frage – und die Fähigkeiten sind dem jungen Mann so gar nicht abzusprechen. Dennoch erwarte ich einen großen Schritt von Bush, was die Konstanz und Präsenz in der Mitte der D anbetrifft. Depth-Spieler, die es auf den Roster schaffen sollten, sind die OLB Alex Highsmith (3rd Round Pick 2020) und Ola Adeniyi, der heuer endlich den nächsten Schritt machen sollte sowie ILB Ulysees Gilbert. Die drei Genannten werden sich primär im Special Team verdingen müssen, um den Coaches zu zeigen, dass sie defensive Snaps verdient haben.

SECONDARY

Bei den Linebackern sind die Starter am Papier wirklich vielversprechend, die Spielertiefe dahinter ist es weniger. Auf der Cornerback-Position sollte beides passen. Die Starter Joe Haden und Steven Nelson kehren zurück und haben 2019 schon gut performt in vielen Spielen, Nelson noch besser als Haden. Die Akquise des Ex-Chief Nelson war ein entscheidendes Puzzleteil für eine Defense, die in mehr Spielen dominant auftreten konnte. Nickelback – und damit auch ziemlich oft als Quasi-Starter am Feld – ist Mike Hilton, der seine Sache sehr gut macht und Pittsburgh wegen seiner konstanten Leistungen (= lukrativer Vertrag für ihn) bald abhandenkommen könnte. Cam Sutton hat inzwischen die nötige Erfahrung für bedeutsame Snaps gesammelt, Justin Layne ist nach einem Redshirt-Year in einer Position, sich nun als Ergänzungsspieler zu empfehlen und zu positionieren.
Bei den Safeties ist die Depth nicht gut, die Starter können sich mit FS Minkah Fitzpatrick und SS Terrell Edmunds aber sehen lassen. Die beiden vervollständigen rein von ihrer Spielstärke und Qualität her eine Starting Secondary, die mit allen Passangriffe der NFL sollte mitgehen können, ohne auf verlorenem Posten zu stehen. Fitzpatrick, der ein kluger, angenehmer Teamkollege zu sein scheint, war nach einem Trade mit Miami für ihn 2019 ein echter Gewinn. Er glänzte, vor allem am Beginn, mit einer Fülle an Big Plays und dann bis zum Ende der Spielzeit mit gutem Stellungsspiel und Tackling-Stärke. Nach einigen Spielen wurde von Quarterbacks feststellbar weniger in seine Richtung geworfen. Edmunds ist ein solider bis guter Starter auf NFL-Niveau. Aufgaben hinter den beiden könnten auf Ex-Giants-Starter Curtis Riley und Dauer-Ersatzmann Jordan Dangerfield zukommen. Vielleicht spielt auch 2020-Sechstrunden-Pick Antoine Brooks eine gewisse Rolle.

SPECIAL TEAMS

Ein kurzer Blick auch auf die Spezialisten am Roster. Die Punt-Returner- und Kick-Returner-Rolle scheint jeweils noch nicht fix vergeben und ist für einige schnelle Spieler greifbar, wenn sie sich im Trainingcamp hervortun. Kam Canaday als Long Snapper, Chris Boswell als Kicker und Jordan Berry als Punter haben die Steelers dagegen nach wie vor am Roster – und fix eingeplant. Berry ist davon derjenige, der mir Bauchweh bereitet. Zwar waren seine Leistungen in der ersten Saisonhälfte 2019 respektabel bis ganz gut, so haben sich danach jedoch die üblichen Unzulänglichkeiten beim Australier wieder gezeigt. Konkurrenz täte Berry gut. Dass er bei seinem für einen Punter üppigen Gehalt aber gecuttet wird, ist wenig wahrscheinlich.

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