Darum haben die Steelers die Browns dermaßen zermalmt

Darum haben die Steelers die Browns dermaßen zermalmt
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Aus einem mit Spannung erwarteten AFC-North-Clash haben die Steelers in Week 6 ein Statement-Game gemacht und die Browns mit einer 38:7-Packung auf die Heimreise geschickt.

Ich möchte heute herausarbeiten, was bei Pittsburgh alles stimmig war, dass es zu diesem überzeugenden Auftritt kam.

Offense

Die Steelers, ich hatte im Vorfeld darauf verwiesen, hatten noch eine Rechnung mit Myles Garrett offen. Diese wurde auch beglichen, weil Garrett in diesem Duell überhaupt kein Faktor sein durfte.

Zwar hatte der Edge Rusher der Browns einen Sack zu verzeichnen, ansonsten wählten die Steelers aber kluges Playcalling mit viel Laufspiel und eingestreuten Screens und Jet-Motion, das Garrett aus dem Spiel nahm.

WR Chase Claypool konnte mit einem Rush-TD und einem überzeugenden Spiel dort fortsetzen, wo er gegen die Eagles aufgehört hatte. Und auch QB Ben Roethlisberger lieferte in einem Spiel, das er, weil es an vielen Fronten gut lief, nicht alleine gewinnen musste, eine souveräne Leistung ab.

Ins Nachdenken gekommen bin ich während des Spiels über James Conner. Conner ist in my book als Spieler verzeichnet gewesen, der es wohl schwer haben wird, in Pittsburgh einen neuen Vertrag zu bekomen, weil er so oft angeschlagen ist oder ganze Games auslassen muss.

Gegen die Browns lief er aber mit so viel Herz und Überzeugung (und erzielte dabei auch die Art von Raumgewinn, die man sich wünscht), dass ich momentan kein schlechtes Bild von ihm zeichnen möchte. Bleibt er gesund und kann so viel beitragen wie aktuell, ist er ein wichtiger Spieler für diese Offense.

Überhaupt hat mir sehr gefallen, mit welcher Gewalt und Kraft die Steelers Plays exekutiert haben und den Ball gelaufen sind. Black and Gold hat über 60 Minuten mit Ease die Duelle an der Line of Scrimmage gewonnen. Und das stimmt sehr positiv für die kommenden, schweren Aufgaben.

Defense

Defensiv war es gegen Cleveland noch überzeugender als offensiv, obwohl man schon die Offense mit einer Topnote ausstatten muss.

Pittsburgh bekam es mit einem angeschlagenen QB Baker Mayfield zu tun, nutzte das zu seinem Vorteil und sorgte dafür, dass sich der Browns-Signalcaller (der sicherheitshalber sogar gebencht wurde) nach dem Spiel nicht besser gefühlt haben wird.

Der Pass Rush der Gastgeber ließ der Browns-Line kaum Luft zum Atmen, Mayfield wurde oft und hart gehittet. Der Quarterback selbst besiegelte mit zwei frühen Interceptions gegen eine dominante Steelers-D den gebrauchten Tag seiner Mannschaft. Dass eine dieser Interceptions vom zuletzt etwas gescholtenen S Minkah Fitzpatrick in die Endzone returned wurde, ließ das Herz vieler Steelers-Fans erstrahlen.

Die Laufverteidigung der Steelers hatte die Rusher der Browns fast immer im Griff, Kareem Hunt war nie ein allzu gefährlicher Faktor an diesem Nachmittag. Ein Sonderlob spreche ich diesmal DE Stephon Tuitt aus. Seine Sack- und Tackle-Zahlen mögen am Papier vielleicht nicht herausstechen, aber er ist ein Musterprofi – und seine Klasse in der Laufverteidigung ist integraler Bestandteil für den Erfolg. Für Teamcaptain DE Cam Heyward gilt genau dasselbe.

Ein Rätsel ist mir, wo die Steelers das Geld herbekommen bzw. zusammenkratzen sollen, um Bud Dupree in der Stadt zu halten, wenn der so weiterspielt wie jetzt. Der OLB, dessen Vertrag ausläuft nach seinem Franchise-Tag-Jahr, war gefühlt bei jedem gelungenen Pass Rush mittendrin und macht Quarterbacks der Gegner momentan wiederkehrend das Leben schwer.

Es war ein Statement-Game einer starken, aber zuletzt kritisierten Defense, in dem faktisch alles gelang. Vor allem auch on Third Down, wo die Browns eines von 12 converten konnten, und in Short Yardage, wo die Gäste bei 4th and short nicht mal knapp am erfolgreichen Rushen dran waren, hatte die Defense einen sagenhaften Tag. Großes Lob.

Sonstiges/Fazit

Der einzige richtig bittere Aspekt der Browns-Week ist sicher die schwere Verletzung von Linebacker und Defensive Starter Devin Bush – es wird kolportiert, er habe eine schwere Kreuzbandverletzung erlitten.

Die Steelers werden kreativ werden und auf ihre Depth blicken müssen, um diesen Verlust aufzufangen, sollten sie sich nicht ohnehin dazu entschließen, einen Free-Agent-Player dazuzunehmen.

Punter Dustin Colquitt sollte sich ernsthaft Sorgen um seinen Job machen, nachdem er gegen Cleveland wieder nicht überzeugen konnte. Die Steelers haben Colquitt-Vorgänger Jordan Berry zu einem Try-Out eingeladen für diese Woche. Colquitt puntet im Schnitt einfach zu kurz und seine Versuche von etwa der Mitte des Feldes landen viel zu oft als Touchback an der 20-Yard-Line. Das ist so auf Dauer nicht hinzunehmen.

Ein Lob ergeht an die Crew von John Hussey, die das Browns-Spiel gut und ohne viele unnötige Strafen geleitet hat. Auch die Spielleitung von Clete Blakeman, Tony Corrente oder Ron Torbert mag ich. Warum können nicht alles Refs in der NFL dieses Niveau haben?

Next up für die Steelers:  ein Game gegen die ebenfalls ungeschlagenen  Titans. Wer davon nicht entertaint ist, tja, dem kann ich auch nicht mehr helfen.

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