Baltimore im Rückspiegel, Dallas im Fokus

Baltimore im Rückspiegel, Dallas im Fokus
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Später als gewünscht, da sich in Österreich und der Welt viel getan hat, was mich in Beschlag genommen hat, komme ich endlich zu einem neuen Artikel.

Für eine Nur-Baltimore-Analyse ist’s ein bisschen spät, daher möchte ich mich über Punkte, die im Ravens-Spiel auffällig waren, dem annähern, was auch wichtig werden könnte, um bei den Cowboys bestehen zu können.

Die Reifeprobe von Baltimore

Ich habe die Steelers trotz ihres Records teilweise recht offen kritisiert für Aspekte, die mir 2020 bisher nicht so gut gefallen haben. Für das Baltimore-Spiel ist das nicht angebracht.

Ja, die Steelers wurden outgained (bei mehreren hundert Yards), ja, die Lauf-Defense war in Hälfte 1 inferior und ja, offensiv lief lange überhaupt gar nichts zusammen.

Aber man hat auswärts gegen ein sehr gut besetztes Team nach 10-Punkte-Rückstand gewonnen. Und man hat gegen ein Team gesiegt, das solche Vorteile normalerweise nicht mehr ab- und hergibt. Es war ein toller Sieg mit Charakter in einer erbitterten Rivalry, der die Steelers zurecht auf 7-0 geschraubt hat für diese Regular Season.

Weitere Takeaways von Baltimore:

  • Robert Spillanes Pick-Six beim 3. Defensive Play des Tages und die schnelle 7:0-Führung hätten den Verlauf so viel leichter gestalten können, als es dann der Fall war. In Hälfte 1 waren aber zu viele schwere Schnitzer dabei, um das in die Tat umzusetzen. Um aber trotzdem auf die Person Spillane zurückzukommen: Der junge Mann macht Plays, tackelt gut und ich mag seine Präsenz am Feld. Möge er diese Leistungen konservieren.
  • Chase Claypool verlor in der ersten Spielhälfte einen Fumble, nachdem er schon in der Woche zuvor gegen Tennessee gefumbelt hatte. Claypool war danach ein Matchup-Problem für die Ravens, zog Strafen und profilierte sich mit einem schönen Score in der Ecke der Endzone. Aber diese Fumble müssen enden.
  • Zur Pause hatte ich mir notiert: „Horrorshow der Steelers“. Allerdings hatten die Steelers das Chaos so weit eingebremst, dass sie nur mit 7:17 zurücklagen. Es blieb also die Hoffnung, dass mit Halbzeit-Adjustments, die greifen (und die Pittsburgh 2020 einige Male vermissen ließ), noch was gehen könnte. Und genau das passierte. Die Steelers kamen als verändertes Team aus den Katakomben, spielten wie ein Champion und gewannen. Credit und Lob ans Trainerteam, dass dies gelingen konnte.
  • Lamar Jackson hatte mit seinen zwei Interceptions und Fumbles keinen geringen Anteil daran, dass die Steelers im M&T Bank Stadium zurückkommen könnte. Speziell gefallen hat mir aber, dass diese Interceptions, beides spektakuläre Plays, auf die Kappe von „Nonames“ gingen. Über ILB Robert Spillane habe ich schon geschrieben. Rookie-OLB Alex Highsmith konnte mit einem nicht minder athletischen Pick auf sich aufmerksam machen. Schön – und da denke ich auch an NT Tyson Alualu oder CB Cam Sutton –, wenn die Riege hinter den Superstars entspricht.
  • Gegen Ende hin wurde es ein Nailbiter, weil die Steelers beim Effort, die Uhr auslaufen lassen zu können, leider gestoppt wurden. Auch weil sie wieder durch die Mitte in eine Stacked Box gelaufen sind, wovon ich kein Fan bin. Warum da nicht mal außen laufen oder mal ein Trickplay spielen? Und es wurde eng, weil sie Jackson einen finalen Versuch gaben, mit der Uhr auf 0 Sekunden, in die Endzone zu werfen. Dieser Versuch wurde aber – im Duell mit WR Willie Snead – glanzvoll und hart von Safety Minkah Fitzpatrick denied.
  • DE Stephon Tuitt, der zurecht AFC Defensive Player of the Week wurde, war (unter anderem wegen zweier Sacks) unstoppable Force im Pass Rush der Steelers. Tuitt ist, wenn er gesund ist, jeden Cent seines Salärs für diese Franchise wert.

On to Dallas:

Die Steelers sind für das anstehende Week-9-Game bei den Dallas Cowboys klarer Favorit. Allerdings täten sie gut daran, einen Gegner, so ersatzgeschwächt und praktisch ohne Quarterback er auch dasteht, in dieser Liga ernst zu nehmen. Gerade in einem Auswärtsspiel ist eine schockierende Pleite gegen am Papier Schwächere schnell geschehen.

Den Cowboys wird, egal, welchen der weithin unbekannten Namen sie aufbieten auf QB, nicht viel anderes übrigbleiben, als einen laufspielzentrierten Gameplan rund um RB Ezekiel Eliott zu entwickeln. Und zu hoffen, dass das Spiel möglichst lange nicht out of hand gerät.

Sie werden sicher das Game-Tape von Baltimore gesehen haben, als die Ravens im Laufspiel die Steelers-Defense über weite Strecken blamiert haben – und deswegen Hoffnung schöpfen. Allerdings war die Leistung der D-Line bei den Ravens sicher auch der frühen Verletzung von NT Tyson Alualu geschuldet. Er wird in Dallas fehlen. Dafür wird Inside Linebacker Avery Williamson für Black and Gold dabei sein, den man per Trade von den Jets verpflichtet hat. Herzlich willkommen!

Den Steelers ihrerseits sollte ein durchschnittlicher Tag on Offense schon reichen, um den Cowboys eine Menge Punkte umzuhängen. Zu schwach waren, und die Zahlen belegen das ja, die Verteidigungsleistungen der Texaner bislang in der Season.

Wenn ich aber in Foren von Forderungen lese, man möge QB Ben Roethlisberger schonen, weil man ohnehin hoch gewinne, so teile ich das absolut nicht. Dallas ist trotz seines enttäuschenden 2-6-Records im Playoff-Race um ein Ticket in der NFC East. Und Dallas hat noch immer einige Pieces, die den Steelers allein aufgrund ihrer individuellen Klasse wehtun können.

Ich bin zuversichtlich, dass die Steelers das nötige Maß an Konzentration aufbringen werden, um bei den Cowboys zu bestehen:

27-10 Steelers

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Wieder mal ein guter Beitrag für das Vergangene und was den Steelers noch vor der Brust liegt. Mir hat aber noch ein kleiner Hinweis bei dem Spiel gegen die Ravens im 4. Quarter gefehlt. Weshalb unsere Defense immer wieder viele (Pass)Yards in der Mitte zugelassen haben. Genau diese „Offenheit“ hat dazu geführt, dass die Steelers beinahe das Spiel noch aus der Hand gegeben haben.
    Zum Spiel gegen Dallas bin ich auf Ihrer Seite des Statements: Bloß den Gegner nicht unterschätzen. Wir waren schon oft in den letzten Saisons Aufbaugegner für schwächere Teams. Hoffentlich geht es mit einem guten Spielplan, Konzentration und der nötigen Disziplin nach Dallas🍀

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